Aktienverkauf zugunsten der Deutschen Bahn: Der Bund hat sich von weiteren Anteilen der Deutschen Telekom getrennt. Gemeinsam mit der KfW, mit der der Bund das Aktienpaket hält, hat der deutsche Staat ein milliardenschweres Paket in Höhe von 2,43 Milliarden Euro veräußert.
Die KfW hat in diesem Zusammenhang 110 Millionen Aktien für 22,13 Euro je Aktie platziert, wie die staatliche Förderbank am Montagabend mitteilte. Die Platzierung richtet sich im Rahmen eines beschleunigten Platzierungsprozesses an institutionelle Investoren. Der Nettoerlös fließt abzüglich des von der KfW geleisteten Kaufpreises sowie der Kosten, die im Kontext mit der Privatisierungstransaktion entstanden sind, dem Bund zu, heißt es weiter.
Bund will Sanierung der Bahn vorantreiben
Der Erlös aus der Transaktion soll der Sanierung der Deutschen Bahn zufließen. „Der Bund wird den ihm durch die Transaktion zufließenden Nettoerlös einsetzen, um das Eigenkapital der Deutsche Bahn AG zu stärken und die Bahninfrastruktur in Deutschland zukunftsweisend auszubauen“, teilte das Bundesfinanzministerium gegenüber FINANCE mit. Insgesamt will Finanzminister Christian Lindner rund vier Milliarden Euro aus dem Verkauf von Bundesbeteiligungen erlösen und in die Sanierung der Bahninfrastruktur stecken.
Durch den Verkauf des milliardenschweren Aktienpakets reduziert sich der Staatsanteil an der Deutschen Telekom von 30,0 Prozent auf 27,8 Prozent. Der Staat und die KfW bleiben also weiterhin die größten Aktionäre des Konzerns. „Im Einvernehmen mit dem Bundesministerium der Finanzen hat die KfW die stabilen Rahmenbedingungen an den Aktienmärkten im ersten Halbjahr für Privatisierungsschritte erneut genutzt“, erklärte KfW-Treasurer Tim Armbruster in einer Mitteilung.
KfW trennte sich zuvor bereits von Telekom-Aktien
Bereits im Vorfeld habe sich die KfW im Auftrag des Bundes von rund 0,5 Prozent der Anteile getrennt, heißt es weiter seitens des Bundesfinanzministeriums. So hat die KfW eigenen Angaben zufolge im zweiten Quartal 2024 bereits 22,4 Millionen Aktien veräußert.
Ob in Zukunft weitere Veräußerungen von Anteilen geplant sind, gaben weder die KfW noch das Bundesfinanzministerium bekannt. Von weiteren Aktien darf sich die KfW zunächst nicht weiter trennen. Laut einer Vereinbarung mit den Joint Bookrunners darf die Bank in den nächsten drei Monaten keine weiteren Aktien verkaufen.
Die KfW wurde bei der Transaktion von der Deutschen Bank, JP Morgan und Morgan Stanley begleitet. Beratend zur Seite stand dem Kreditinstitut Rothschild & Co sowie Sullivan & Cromwell.
Jasmin Rehne ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die Themen Controlling, Gehalt und Personal. Sie hat in Marburg Sprache und Kommunikation studiert. Neben ihrem Studium arbeitete Jasmin Rehne bereits als studentische Hilfskraft bei FINANCE.
