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Finanzierungen: Gerresheimer, Traton, Qiagen

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Gerresheimer platziert zwei Anleihen, um die Finanzierung zu optimieren. Foto: Timon - stock.adobe.com
Gerresheimer platziert zwei Anleihen, um die Finanzierung zu optimieren. Foto: Timon - stock.adobe.com

Gerresheimer schließt neue Finanzierung ab

Der Verpackungshersteller Gerresheimer hat zwei Darlehen in Höhe von je 100 Millionen Euro aufgenommen. Die Darlehen von der BayernLB und der Landesbank Hessen-Thüringen dienen der vorzeitigen Ablösung eines Teils der Brückenfinanzierung zur Akquisition von Bormioli Pharma. Gleichzeitig wurden die Vertragsbedingungen für eine bestehende revolvierende Darlehensfazilität über 675 Millionen Euro und die verbleibende Brückenfinanzierung von rund 525 Millionen Euro flexibler gestaltet. Was konkret angepasst wurde, teilt das Haus nicht mit.

Mit diesen Maßnahmen wollen die Düsseldorfer das Fälligkeitsprofil optimieren und sich Handlungsspielräume für die nächsten strategischen Schritte schaffen. Gerresheimer plant weiterhin, im Rahmen der Unternehmensstrategie in margensteigernde Wachstumsprojekte zu investieren und bis 2026 einen positiven Cash Flow zu erreichen.

Neue Anleihe für Traton

Traton hat eine neue Anleihe mit einem Volumen von 750 Millionen Euro auf dem Euro-Markt platziert. Die Laufzeit beträgt drei Jahre. Aufgrund starker Nachfrage wurde das Volumen erhöht und der Spread auf final 73 Basispunkte über Midswap gesenkt, nachdem die initialen Preisvorstellungen bei 110 Basispunkten lagen. Das Orderbuch erreichte in der Spitze 3,2 Milliarden Euro.

Mit dem frischen Kapital will Traton die Financial-Services-Geschäfte der Traton Group finanzieren. Dies ist die zweite Aktivität der Gruppe im öffentlichen Euro-Anleihemarkt im Jahr 2025 nach einer Dual-Tranche Transaktion im Januar mit einem Volumen von 1,2 Milliarden Euro.

Qiagen begibt Wandelschuldverschreibung

Der Diagnostikkonzern Qiagen hat eine Wandelschuldverschreibung im Gesamtvolumen von 750 Millionen US-Dollar platziert. Die Papiere haben eine Laufzeit von sieben Jahren und eine jährliche Verzinsung von 2 Prozent. Die Mittel sollen allgemeinen Gesellschaftszwecken dienen, einschließlich der Refinanzierung von Schulden.

Inhaber der Schuldverschreibungen haben die Möglichkeit, diese in bis zu 11,2 Millionen Qiagen-Aktien zu wandeln. Das entspricht in etwa 5,1 Prozent des derzeit ausstehenden Aktienkapitals . Der anfängliche Wandlungspreis wird mit einem Aufschlag von 40 Prozent auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der Qiagen-Aktien an der New York Stock Exchange am 28. August 2025 festgesetzt.

Weitere Finanzierungsmeldungen

E.on hat zwei grüne Anleihen im Gesamtwert von 1,1 Milliarden Euro ausgegeben. Die erste Tranche umfasst 500 Millionen Euro mit einer Laufzeit von sechs Jahren und einem Kupon von 3 Prozent. Die zweite Tranche beläuft sich auf 600 Millionen Euro, fällig im September 2035, mit einem Zinssatz von 3,5 Prozent. Das Orderbuch erreichte 2,75 Milliarden Euro. 

Vonovia hat erstmals einen Kangaroo-Bond in Höhe von 850 Millionen australischen Dollar (rund 475 Millionen Euro) aufgesetzt. Die Summe wurde in zwei Tranchen mit Laufzeiten von jeweils sieben und zehn Jahren sowie einer gewichteten Rendite von 3,87 Prozent Euro nach Währungsabsicherung begeben.

Der Bond soll als Türöffner für den asiatisch-pazifischen Raum dienen und bildet die Grundlage für zukünftige Emissionen. Die Deutsche Bank, Mizuho, UBS und Westpac fungierten als Bookrunner. Außerdem wurde Vonovia von den Kanzleien Linklaters und Allens bei der Finanzierung unterstützt.

CHG Meridian hat einen neuen Schuldschein über 150 Millionen Euro platziert. Es ist der größte Schuldschein des Unternehmens bisher. Das Papier hat Laufzeiten von vier bis sechs Jahren und wurde von Commerzbank und DZ Bank arrangiert. Erstmals wurden dabei auch internationale Investoren angesprochen.

Anders als in der Vergangenheit hat Ulrich Bergmann, CFO von CHG Meridian, diesmal bewusst auf einen ESG-Link verzichtet. „Wir beobachten, dass die Nachfrage nach nachhaltigen Finanzierungen deutlich nachgelassen hat – sie findet derzeit fast nur noch auf Projektbasis statt“, erklärt er. „Nachhaltigkeit muss aber ein Zukunftsfaktor bleiben – ohne Unternehmen auszubremsen. Aktuell gibt es keinen ausgewogenen Rahmen, der Raum für wirtschaftliches Handeln lässt und gleichzeitig klare Orientierung gibt. Ein praxistaugliches Regelwerk für den Umgang mit ESG-Kriterien würde nicht nur Vertrauen schaffen, sondern auch dem aktuell schwächelnden Markt für grüne Finanzierungsinstrumente neue Impulse verleihen.“

ABO Energy hat einen Konsortialkreditvertrag über 240 Millionen Euro abgeschlossen, angeführt von der Commerzbank. Sieben Banken beteiligen sich, wobei das Volumen zu je einem Drittel auf klassische Darlehen, revolvierende Betriebsmittellinien und Avallinien verteilt ist. Der Kredit ersetzt bestehende Finanzierungen und unterstützt das wachsende Projektvolumen des Unternehmens, das weltweit Wind- und Solarparks sowie Batterie- und Wasserstoffprojekte umsetzt.

Das Kölner Unternehmen Detechgene hat sich in seiner zweiten Seed-Finanzierung 3 Millionen Euro gesichert. Das frische Kapital will der Entwickler von Schnelltests zur Detektion von Infektionserregern in die Weiterentwicklung seines Produkts stecken. Die Runde wurde von Neoteq Ventures angeführt, mit Beteiligung der NRW Bank, Aquarius Invest, Meerkat Holding, Campus Capital und mehreren Business Angels.

Frederic Haupt ist Redakteur bei FINANCE und betreut schwerpunktmäßig die Themen Private-Equity und M&A. Er hat Journalismus und Unternehmenskommunikation an der Media University (ehemals HMKW) studiert. Nach dem Studium hat er sein Volontariat bei F.A.Z. Business Media absolviert und dabei neben FINANCE für weitere Publikationen des Verlags gearbeitet, unter anderem für die Personalwirtschaft und das Wir-Magazin.