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Finanzierungen: Tennet, ZF Friedrichshafen, Amprion

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Mit Tennet Deutschland und Amprion haben sich in der vergangenen Woche gleich zwei deutsche Netzbetreiber frisches Kapital gesichert. Foto: Fons – stock.adobe.com
Mit Tennet Deutschland und Amprion haben sich in der vergangenen Woche gleich zwei deutsche Netzbetreiber frisches Kapital gesichert. Foto: Fons – stock.adobe.com

Tennet sichert sich Milliarden für den Netzausbau

An der deutschen Tochter des staatlichen niederländischen Übertragungsnetzbetreibers Tennet werden sich drei Investoren beteiligen. Das teilte das Unternehmen am vergangenen Mittwoch in einer Pressemitteilung mit. Damit sei der Eigenkapitalbedarf für den Ausbau des Übertragungsnetzes von Tennet Deutschland für die nächsten Jahre gesichert, heißt es von Seiten des Unternehmens.

Bei den neuen Investoren handelt es sich um den niederländischen Pensionsfonds APG, den norwegischen Staatsfonds Norges Bank Investment Management und den Staatsfonds GIC aus Singapur. Sie werden den Angaben zufolge mit 9,5 Milliarden Euro bei Tennet Deutschland einsteigen und dafür 46 Prozent der Anteile übernehmen. Der niederländische Staat behält die restlichen Anteile am Unternehmen.

Auch die Bundesregierung sei an einer Beteiligung interessiert, heißt es in einer Pressemitteilung von Tennet Deutschland. Sowohl Tennet als auch der niederländische Staat hätten signalisiert, dass sie für eine solche offen seien. Dementsprechend beabsichtige man, mit der KfW zu gegebener Zeit Gespräche über eine mögliche Investition der KfW in Tennet Deutschland aufzunehmen.

Neben dem frischen Kapital der Investoren konnte Tennet Deutschland sich zusätzliches Geld für den Netzausbau in Form einer revolvierenden Kreditlinie sichern. Der Revolver hat ein Volumen von 12 Milliarden Euro und eine Laufzeit von fünf Jahren, mit zwei Verlängerungsoptionen um jeweils ein Jahr. Als Konsortialbanken beteiligten sich BNP Paribas, Deutsche Bank, ING und Unicredit.

Für Tennet Deutschland bedeutet der Kredit den ersten Schritt im Rahmen der eigenständigen Finanzierungsstruktur, die im April bekanntgegeben wurde. Demnach wird Tennet Netherlands die für das niederländische Übertragungsnetzgeschäft erforderliche Finanzierung aufnehmen, während Tennet Deutschland die Finanzierung für das hiesige Übertragungsnetzgeschäft eigenständig stemmen soll.

Tennet wurde bei der Transaktion von ABN Amro und Lazard als Finanzberater sowie von De Brauw Blackstone Westbroek und Hengeler Mueller als Rechtsberater begleitet. RBC Capital Markets und Clifford Chance berieten die institutionellen Investoren.

ZF sammelt Kapital in den USA ein

Der angeschlagene Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen hat eine neue Anleihe im Volumen von 1,5 Milliarden US-Dollar (rund 1,29 Milliarden Euro) über die Finanzierungstochter ZF North America Capital platziert. Das Papier läuft fünfeinhalb Jahre und wird mit stolzen 7,5 Prozent verzinst. Latham & Watkins hat das Bankenkonsortium der Transaktion rechtlich beraten.

Die neue Anleihe kam bei den Investoren gut an: „Die starke Investorennachfrage mit sechsfacher Überzeichnung hat uns erlaubt, das ursprünglich geplante Volumen der Anleihe zu verdoppeln“, berichtet CFO Michael Frick auf Linkedin. Die Transaktion habe es ZF ermöglicht, die 2026 fälligen Anleihen des Konzerns vollständig vorzufinanzieren sowie gleichzeitig ein Rückkaufangebot für ausstehende Anleihen mit Fälligkeit 2026 zu starten und so die Finanzierungskosten zu senken. So wird im Februar 2026 eine Anleihe der Friedrichshafener in Höhe von 900 Millionen Euro fällig. Für den 2019 platzierten Bond konnte ZF damals noch einen Kupon von lediglich 2 Prozent erzielen.

Amprion platziert zwei neue Green Bonds

Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion hat zum zweiten Mal in diesem Jahr erfolgreich eine grüne Dual-Tranche-Anleihe begeben. Das Gesamtvolumen der Anleihe beträgt 1,5 Milliarden Euro. Die erste Tranche mit einem Volumen von 600 Millionen Euro hat eine Laufzeit von vier Jahren und einen Zinskupon von 2,75 Prozent. Die zweite Tranche mit einem Volumen von 900 Millionen Euro hat eine Laufzeit von 15 Jahren und einen Zinskupon von 4 Prozent.

Darüber hinaus konnte Amprion den Konsortialkreditvertrag des Konzerns um 600 Millionen Euro auf insgesamt 3,2 Milliarden Euro aufstocken. Sowohl die Emission der Anleihe als auch die Erhöhung des Konsortialkreditvertrags erfolgte unter Beteiligung der BayernLB, Commerzbank, DZ Bank, ING, Helaba, LBBW, SEB sowie Unicredit.

Bayer gibt Anleihe-Debüt in der Schweiz

Der Pharmakonzern Bayer hat seine erste Anleihe am Schweizer Kapitalmarkt platziert. Die in zwei Tranchen strukturierte Emission erzielte ein Gesamtvolumen von 265 Millionen Schweizer Franken (rund 284 Millionen Euro).

Die Emission wurde in zwei Tranchen strukturiert. Die erste über 140 Millionen Schweizer Franken wird mit 1,075 Prozent verzinst und läuft bis 2030, die zweite Tranche über 125 Millionen Schweizer Franken hat eine Laufzeit von neun Jahren und einen Kupon von 1,645 Prozent. Das Bankenkonsortium für die Emission bestand aus der Commerzbank und der UBS. Clifford Chance hat das Konsortium bei der Transaktion rechtlich beraten.

Weitere Finanzierungsmeldungen

Symrise hat eine Anleihe mit einem Volumen von 800 Millionen Euro am Kapitalmarkt platziert. Die Anleihe hat eine Laufzeit von sieben Jahren und wird mit 3,25 Prozent verzinst. Die Emissionserlöse dienen überwiegend zur Refinanzierung von Fälligkeiten im Herbst, teilt das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit. Ein Bankenkonsortium, bestehend aus Banco Santander, Commerzbank, Deutsche Bank und Société Générale, begleitete die Platzierung. Für Symrise war es die erste Anleiheemission seit fünf Jahren.

Der Immobilienkonzern Aroundtown hat eine neue Unternehmensanleihe in Höhe von 850 Millionen Euro und einer Laufzeit von 5,25 Jahren platziert. Der Kupon für die Anleihe liegt bei 3,25 Prozent. Die Emission sei auf eine sehr große Nachfrage gestoßen, heißt es von Seiten des Konzerns. So soll das Orderbuch mehr als dreimal überzeichnet gewesen sein. Neben der Neuemission hat Aroundtown ein Rückkaufangebot für Anleiheserien im Volumen von 1,6 Milliarden Euro gestartet. Der Schwerpunkt des Angebots liege dabei auf Anleiheserien mit kürzeren Laufzeiten und Serien mit höheren Kupons, um das Schuldenprofil weiter zu optimieren und die Schuldenkosten zu steuern, teilte der Konzern mit. Das Rückkaufangebot läuft noch bis zum 2. Oktober.

Die Restaurantkette L’Osteria hat ihre syndizierte Kreditlinie refinanziert. Der neue Kreditvertrag in Höhe von 120 Millionen Euro wurde mit einem Konsortium aus sechs Banken sowie mit der Unterstützung von Herter & Co. und der rechtlichen Beratung durch Baker McKenzie abgeschlossen. Das Kapital soll nach Angaben des Unternehmens vor allem in den weiteren Ausbau einer italienischen Markenwelt und das organische Wachstum der bestehenden Marken L’Osteria und Pizza Pilgrims fließen.

Rating-Meldungen

S&P hat das Rating von Delivery Hero von „B–“ auf „B“ heraufgestuft. Der Ausblick ist stabil.

Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.