Mit einem der bekanntesten Dealmaker Deutschlands besteigt Future FINANCE in der aktuellen Folge den Olymp der Finanzwelt – das Investmentbanking. Marcus Schenck, Co-Head of Investment Banking bei Lazard für die DACH-Region, verrät in dieser Episode, was junge Finanzprofis wirklich brauchen, um in diesem Segment erfolgreich zu sein.
Die Branche hat sich dramatisch verändert seit Schencks Einstieg 1997. Damals war Investmentbanking in Deutschland noch „ein relativ unbeschriebenes Blatt“. Heute treffen junge Banker auf Klienten mit umfassender M&A-Erfahrung. Die Herausforderungen sind größer geworden – aber auch die Chancen.
Besonders spannend: Schenck sieht künstliche Intelligenz nicht als Bedrohung, sondern als Werkzeug, das Investmentbankern mehr Zeit zum Nachdenken verschafft. Und er hat eine klare Meinung dazu, welche Skills in Zukunft wirklich zählen.
Marcus Schenck ist seit Juni 2022 bei Lazard. Er startete als McKinsey-Berater, wurde Goldman-Sachs-Partner, später CFO bei E.on und stellvertretender Vorstandsvorsitzender sowie CFO der Deutschen Bank. Zuletzt vor seinem Wechsel zu Lazard gründete er den ersten deutschen Standort für die Investmentbank Perella Weinberg.
„Wie starte ich im Investmentbanking richtig durch?“
FINANCE: Wie würdest du den Alltag im Investmentbanking in drei Worten beschreiben?
Marcus Schenck: Intensiv, lehrreich und sehr abwechslungsreich. Intensiv, weil wir wahrscheinlich nicht zu denjenigen gehören, die mit einer 35-Stunden-Woche hinkommen. Lehrreich, weil man in jungen Jahren mit sehr vielen, sehr unterschiedlichen Themen zu tun hat und von Kollegen wie Klienten viel lernen kann. Und abwechslungsreich, weil man im Regelfall nicht nur auf einem Projekt arbeitet, sondern meistens zwei, drei hat, die auch alle sehr unterschiedlich sind.
FINANCE: Welche Vorteile siehst du bei KI im Investmentbanking?
Marcus Schenck: KI wird ein extrem relevantes Werkzeug sein, über das man selbst schneller und produktiver werden kann. Den größten Vorteil von KI sehe ich darin, dass wir alle ein bisschen mehr Zeit dafür finden werden, uns auch mal zurückzulehnen und nachzudenken. Denn meine größte Herausforderung ist, dass ich eigentlich gar nicht so viele Stunden am Tag habe, in welchen ich über die Dinge wirklich mal nachdenken kann.
FINANCE: Du sagtest, die Finanzbranche braucht mehr Ingenieure und Naturwissenschaftler, statt nur BWLer mit identischen Praktika. Warum?
Marcus Schenck: Es wird immer wichtiger, dass man ein gutes Verständnis für das Geschäft unserer Klienten hat. Wir haben Partner, die ihre ersten fünf Jahre im Bereich Healthcare verbracht haben. Im Dialog mit dem Klienten ist das extrem hilfreich, weil sie die die Sprache mitsprechen können.
Wir profitieren davon, Menschen für diese Branche zu gewinnen, die mit einem anderen Hintergrund kommen und anders auf Themen schauen. Ob das Mathematiker sind, Naturwissenschaftler, Mediziner oder Biologen – diese Diversität macht uns besser.
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Info
Anmerkung der Redaktion: Die Aussagen von Marcus Schenck wurden leicht verkürzt und bearbeitet, um die Verständlichkeit zu erhöhen.



