Die Boston Consulting Group (BCG) hat ihren Umsatz 2025 weltweit auf 14,4 Milliarden Dollar gesteigert – ein Plus von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das teilte die Beratungsgesellschaft heute mit. Insgesamt ist das Wachstum damit allerdings schwächer als im Vorjahr, als BCG 2024 um 10 Prozent wuchs. In den beiden Jahren davor lag das Wachstum mit jeweils 5 Prozent allerdings auch unter dem letzten Geschäftsjahr.
Zahlen für Deutschland legt BCG nicht vor. Es heißt lediglich, Deutschland habe „einen maßgeblichen Anteil am globalen Geschäft: der Umsatz mit KI-Projekten hat sich im Jahresvergleich verdoppelt, gegenüber 2023 sogar versechsfacht. Das Geschäft mit den Kunden in Deutschland legte dabei um einen hohen einstelligen Prozentsatz zu“.
Auch international war das KI-Geschäft ein zentraler Wachstumstreiber: Beratungsleistungen rund um KI-Transformationen legten im Jahresvergleich um 25 Prozent zu, mehr als 40 Prozent des globalen Umsatzes stammen bereits aus Tech- und KI-Projekten. „Der frühe Fokus auf Künstliche Intelligenz zahlt sich aus“, sagt BCG-Weltchef Christoph Schweizer.
BCG investiert deutlich in KI
Dabei ist BCG selbst mitten in der tiefgreifendsten Neuaufstellung seiner Geschichte. Als einer der großen Platzhirsche der Branche neben McKinsey und Bain will BCG künftig auch als führende Technologieberatung punkten und hat dafür eigenen Angaben zufolge bereits 5 Milliarden Dollar in KI investiert. Rund 4.000 Mitarbeitende entwickeln intern eigenständig KI-Workflows und Automatisierungslösungen. „BCG durchläuft gerade die größte Transformation seiner Firmengeschichte. “, sagt Michael Brigl, Senior Partner und Leiter der Geschäftsregion Zentraleuropa (Deutschland, Österreich, Schweiz und Osteuropa).
Neben KI sorgt auch die gestiegene Rüstungsnachfrage für Rückenwind. Geopolitische Spannungen und wachsende Verteidigungsbudgets hätten den Beratungsbedarf spürbar erhöht, erklärt BCG-Partner Daniel Zepter. Die Beratung unterstützt Behörden, Rüstungsunternehmen, Mittelständler und Investoren – etwa bei Vergabeverfahren und der Umsetzung von Verteidigungsprogrammen.
BCG setzt auf neues Beratungsteam
Um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden, baut BCG sein Angebot aus: Mit „Rapid Value & Cash“ startet ein neues Team in Deutschland, das sich auf Interim Management in Vorstands- und Geschäftsführungsrollen spezialisiert. Das Angebot richtet sich vorrangig an Private-Equity-Portfoliounternehmen und Mittelständler und ist in der Praxisgruppe Transform angesiedelt. Zum Start umfasst das Team rund ein Dutzend Beraterinnen und Berater, die stark mit Künstlicher Intelligenz arbeiten sollen.
Auch als Arbeitgeber bleibt BCG gefragt. Die Beratung zählt unter Bewerberinnen und Bewerbern zu den begehrtesten Adressen im Strategieberatungsmarkt – und wächst entsprechend. Weltweit stieg die Belegschaft auf 33.500 Mitarbeitende, in Zentraleuropa wurden im Geschäftsjahr 2025 in knapp vierstelliger Höhe eingestellt.