Die Hess-Geschichte endet wie zu erwarten mit einem Asset Deal. Kein Investor hätte die gegen die Holding gerichteten Schadensersatzfor-
derungen als Risiken übernehmen wollen. Zugleich wäre die geschrumpfte Hess nach der Restrukturierung kaum in der Lage gewesen, die notwendigen Investitionen zu tätigen. Die verbliebenen Produktions- und Vertriebsstandorte in Villingen-Schwenningen, Stockholm und Gaffney (USA) bleiben erhalten, weitere Kündigungen sind nach der Restrukturierung nicht vorgesehen.
Die Alteigentümer stehen dagegen mit leeren Händen da. Insolvenzverwalter Volker Grub hatte eine geradezu verheerende Vermögensbilanz ausgestellt. Grub bezifferte die Höhe der Hess-Verbindlichkeiten auf rund 105 Millionen Euro, denen nur noch knapp 33 Millionen Euro an Vermögensgegenständen gegenüber stehen. Zum Verkaufserlös wurde zunächst nichts bekannt. Grub hatte eine Insolvenzquote von 16 Prozent in Aussicht gestellt.
Nordeon setzt hingegen die M&A-Strategie von 2012 weiter fort: Im Rahmen eines Asset Deals übernimmt Nordeon das operative Geschäft von Hess.
Der europäische Hersteller von Lampen und Leuchten erweitert mit dem Zukauf sein Portfolio. Die renommierte Marke Hess soll mit dem im März diesen Jahres übernommenen Traditionsunternehmens Vulkan den Bereich Außenbeleuchtung stärken. Nach der Übernahme wächst die Nordeon-Gruppe auf rund 600 Mitarbeiter mit insgesamt vier Produktionsstandorten in Deutschland, Frankreich und den USA.
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