Stephan Goetz will im Sympatex-Verfahren aussagen

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Vor dem Landgericht in München startete der zweite Strafprozess zum Anleiheschnitt bei Sympatex. Foto: Raphael Arnold
Vor dem Landgericht in München startete der zweite Strafprozess zum Anleiheschnitt bei Sympatex. Foto: Raphael Arnold

Fast zehn Jahre nach dem Anleiheschnitt bei Sympatex ist der zweite Strafprozess gegen den Unternehmensberater und früheren Miteigentümer Stephan Goetz (70) angelaufen. Mitangeklagt ist vor dem Landgericht München I auch ein Investmentmanager, der in den umstrittenen Anleiheschnitt von 2017 eingebunden war.

Die Staatsanwaltschaft wirft Goetz unter anderem Betrug und versuchten Betrug in mehr als 270 Fällen vor. Den Schaden bezifferte die Anklagebehörde am Montagmorgen auf rund 1,2 Millionen Euro. Im Laufe der Ermittlungen befand sich Goetz 2023 und 2024 auch zweimal in Untersuchungshaft.

Die Verteidiger der beiden Angeklagten wiesen die Vorwürfe am ersten Prozesstag zurück und lehnten auch eine Verständigung ab. Goetz‘ Anwälte kündigten außerdem an, dass sich ihr Mandant zu den Anschuldigungen äußern werde. Vorgesehen ist dafür aktuell der kommende Verhandlungstag: Dienstag, 29. September.

Erstes Sympatex-Verfahren: Bewährungs- und Geldstrafen

In einem ersten Strafverfahren zu dem Sympatex-Anleiheschnitt war es im Oktober 2025 zu Bewährungs- und Geldstrafen gekommen. Goetz‘ Verteidiger Norbert Scharf von der Kanzlei Ufer Scharf wies darauf hin, dass das frühere Verfahren vor der 5. Kammer des Landgerichts in München „hier keinerlei Relevanz“ habe. Das unterstrich auch der Vorsitzende Richter.

Bereits zu Beginn der gerichtlichen Verfahren hatte das Landgericht den Komplex in zwei Prozesse aufgeteilt. Ziel des Schritts war es, die Verfahren mit damaligen Beschuldigten in Untersuchungshaft zu beschleunigen. Ein Urteil fiel nach einer Verständigung im Herbst 2025. Seit Frühjahr 2026 ist das Urteil rechtskräftig, nachdem der Bundesgerichtshof das Rechtsmittel eines Angeklagten zurückwies.

Die frühere Restrukturierungsberatung Goetzpartners durchlief infolge der Sympatex-Ermittlungen einen Management Buy-out und Personalwechsel. Das Unternehmen ist heute unter dem Namen Fortlane Partners tätig. Der frühere Geschäftsführer und Gesellschafter Stephan Goetz ist aus dem Beratungshaus ausgeschieden.

Raphael Arnold ist Redakteur bei FINANCE. Er studierte in Gießen und Alexandria (Ägypten) Geschichte, Geografie und Arabisch. Schon vor und während des Studiums schrieb er für verschiedene Tageszeitungen. Bei den Nürnberger Nachrichten absolvierte er ein Volontariat und arbeitete im Anschluss in deren Wirtschaftsredaktion. Danach war er über 13 Jahre für den US-Investment News Service OTR Global als Researcher und Projektmanager tätig. Beim Juve Verlag verantwortete er bis Oktober 2024 knapp acht Jahre lang die Österreich-Publikationen.