Führungswechsel im Vorstand des Keramikkonzerns Villeroy & Boch: Der langjährige CFO Markus Warncke verlässt das Unternehmen mit Ablauf seines Vertrags zum Jahresende. Seinen bevorstehenden Abschied verkündete der Finanzchef über das Karrierenetzwerk Linkedin.
Nach „25 bemerkenswerten Jahren bei Villeroy & Boch“ sei zum Ende des Jahres die Zeit gekommen, um ein neues Kapitel zu beginnen, schreibt der CFO. Warncke ergänzt: „Dieser Satz ist leicht zu schreiben, aber wirklich hart zu fühlen.“
Markus Warncke begann 2001 bei Villeroy & Boch
Tatsächlich ist Warncke seit einem Vierteljahrhundert für den Keramikhersteller aktiv: Er kam im Oktober 2001 zu Villeroy & Boch, wo er im Alter von 32 Jahren Head of Corporate Audit und M&A wurde. Seine Karriere hatte er zuvor bei dem damaligen Autokonzern Daimler-Chrysler begonnen.
Über mehrere Führungspositionen im Finanzbereich bei Villeroy & Boch, unter anderem in den Niederlanden, arbeitete sich Warncke nach seinem Wechsel ins Saarland in der Hierarchie des Konzerns weiter hoch. Anfang 2015 rückte er schließlich in den Vorstand auf und leitet seitdem die Finanzgeschicke des Konzerns als CFO. Wohin es Warncke zieht, ist derzeit noch nicht bekannt.
Nachfolger steht fest
Villeroy & Boch hat den Abgang des CFO inzwischen bestätigt. Die Nachfolge bei dem Keramik- und Interiorspezialisten sei geregelt: Patrick Grundke wird zum 1. Oktober dieses Jahres in den Vorstand berufen und in den ersten drei Monaten eng mit Warncke zusammenarbeiten, teilt der Konzern aus dem Saarland mit. Grundke trage ab dem 1. Januar 2027 als neuer CFO die Verantwortung für das Finanzressort sowie für die Themen Nachhaltigkeit, Umweltmanagement und Immobilien.
Grundke kommt vom Sanitär- und Heiztechnikhersteller Viega. Dort war er zuletzt als Group CFO tätig. Zudem verfüge Grundke über 25 Jahre Erfahrung in globalen Metall- und Industrieunternehmen wie etwa Thyssenkrupp, teilte Villeroy & Boch mit.
Umbau im Vorstand
Villeroy & Boch hatte erst im April dieses Jahres mitgeteilt, seine Führungsstruktur neu aufstellen zu wollen. Die seit 2024 amtierende Vorstandschefin Gabi Schupp schied Ende Mai dieses Jahres nach insgesamt sieben Jahren im Unternehmen aus.
Der Vorstand von Villeroy & Boch besteht seitdem aus vier Mitgliedern: Neben CFO Warncke verantwortet Georg Lörz als Vorstandssprecher den Unternehmensbereich Bad & Wellness. Peter Domma ist für die Bereiche Dining & Lifestyle sowie Digitalisierung & IT zuständig. Esther Jehle führt den Bereich Personal & Organisationsentwicklung sowie Operations für Bad & Wellness.
Villeroy & Boch senkte jüngst die Ebit-Prognose
Der Konzern Villeroy & Boch vereint die beiden Hauptmarken Villeroy & Boch sowie Ideal Standard unter seinem Dach. Im Jahr 2025 erwirtschaftete der Konzern rund 1,5 Milliarden Euro Umsatz, 320 Millionen Euro davon in Deutschland. Mit rund 12.388 Mitarbeitern erzielte das Unternehmen in dem Jahr einen operativen Gewinn (Ebit) von rund 59 Millionen Euro.
Jüngst musste der börsennotierte Konzern allerdings seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr anpassen. Das Unternehmen erwarte für das Gesamtjahr 2026 einen Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr im höheren einstelligen Prozentbereich sowie ein operatives Ebit von 50 bis 56 Millionen Euro, hieß es in einer Ad-hoc-Mitteilung Mitte September.