Berenberg: Investmentbank-Chefin Janssens geht nach 15 Jahren

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Seit Anfang 2026 war sie Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung bei Berenberg, nun verlässt die Investmentbank-Chefin Laura Janssens die Privatbank. Foto: Berenberg/Montage: FINANCE
Seit Anfang 2026 war sie Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung bei Berenberg, nun verlässt die Investmentbank-Chefin Laura Janssens die Privatbank. Foto: Berenberg/Montage: FINANCE

Die bisherige Chefin der Investmentbank von Berenberg, Laura Janssens, beendet ihre 15-jährige Karriere bei Berenberg. Wann genau sie ausscheidet, ist noch nicht bekannt. Erst Anfang 2026 wurde die in London ansässige Investmentbankerin in die erweiterte Geschäftsleitung aufgenommen. Aus einem internen Schreiben wurde nun bekannt, dass Janssens ihre bisherigen Rollen an Neuzugang Gunnar Regier abgibt. Über die Nachricht hatte der „Platow Brief“ zuerst berichtet.

Vor zwei Wochen wurde bekannt, dass der langjährige JP-Morgan-Manager Regier zum Januar 2027 in die erweiterte Geschäftsleitung wechseln und später die volle Verantwortung für das Investmentbankgeschäft übernehmen wird. Die Genehmigung der Finanzaufsicht steht noch aus.

Ein mögliches Ausscheiden von Janssens war im Zuge der Berufung von Regier nicht kommuniziert worden. Wie eine mögliche Rollenverteilung zwischen den beiden beziehungsweise wie die Berichtslinien hätten aussehen können, ist nicht bekannt.

Laura Janssens war seit 2011 bei Berenberg

Für Janssens endet damit eine 15-jährige Karriere bei Berenberg – neun Monate nach ihrer Berufung in das Führungsgremium. Als Begründung für den Weggang heißt es in dem internen Schreiben: „Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass Laura Janssens sich entschieden hat, Berenberg zu verlassen, um eine Auszeit zu nehmen, bevor sie sich neuen beruflichen Herausforderungen widmet“, so zitiert es die „Börsen-Zeitung“.

Die 50-Jährige leitete bisher neben ihrer Verantwortung für das europäische Investmentbanking zudem die Londoner Niederlassung der deutschen Traditionsbank, den zweitgrößten Standort der Privatbank. Diese Aufgabe soll künftig der seit 2011 für Berenberg tätige David Hogg übernehmen, wie die Mitarbeiter-Information verlauten lässt. Die Genehmigung der britischen Finanzaufsicht FCA steht noch aus.

Vor ihrer Zeit bei Berenberg arbeitete Janssens acht Jahre bei Merrill Lynch und vier Jahre bei UBS. Sie kam 2011 zu Berenberg und übernahm bereits im folgenden Jahr die Leitung des europäischen Research-Bereichs. Später leitete sie für rund drei Jahre das europäische Aktiengeschäft und seit Juni 2020 die Londoner Niederlassung. Seit 2023 stand sie an der Spitze der Investmentbank.

Bafin stieß Neuordnung bei Berenberg an

Hans-Walter Peters, der die Bank derzeit gemeinsam mit Michael Horf führt, würdigte in der Mitarbeiterinformation Janssens Beitrag zum Ausbau des Geschäfts der Investmentbank. Er dankte ihr für „ihr großes Engagement, ihre Kompetenz und ihre harte Arbeit“ in den vergangenen 15 Jahren.

Ihr Abgang fügt sich in die umfassende Neuordnung der Bankführung. Im Juni hatte die Bafin die damaligen Geschäftsleiter Hendrik Riehmer, David Mortlock und Christian Kühn wegen Governance-Verstößen im Zusammenhang mit Markttransaktionen und weiteren Sachverhalten abgesetzt. Seither leiten Peters und Horf Berenberg als Sonderbeauftragte. Das Management soll nach und nach neu besetzt werden.

Gunnar Regier soll in Berenbergs Geschäftsleitung aufrücken

Mit Regier setzt Berenberg für das Investmentbankgeschäft auf einen Manager, der zuvor lange für JP Morgan tätig war. Zunächst soll er Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung werden. Nach Abschluss des aufsichtsrechtlichen Verfahrens ist im Laufe des Jahres 2027 auch sein Eintritt in die Geschäftsleitung vorgesehen. Für diese Führungsebene plant die Bank weitere Besetzungen: Christian Schumacher soll nach seiner Rückkehr von Hansainvest voraussichtlich ab Mitte 2027 hinzukommen.

Esra Laubach ist Redakteurin bei FINANCE und widmet sich schwerpunktmäßig den Themen Transformation, Restrukturierung und Recht. Sie ist Sprach- und Kommunikationswissenschaftlerin. Vor FINANCE war sie rund fünf Jahre als Legal-Journalistin für den Juve Verlag in Köln tätig, wo sie auch ihr journalistisches Volontariat absolvierte. Esra Laubach arbeitete während ihres Studiums multimedial u.a. für das ARD-Morgenmagazin, mehrere Zeitungen und moderierte beim Hochschulradio Kölncampus.