Nur zwei Monate nach Shell-Verkauf: Sonnen ist insolvent

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Das Solarunternehmen Sonnen hat zwei Monate nach dem Verkauf an den Investor Tiven Insolvenz angemeldet. Foto: tl6781 - stock.adobe.com
Das Solarunternehmen Sonnen hat zwei Monate nach dem Verkauf an den Investor Tiven Insolvenz angemeldet. Foto: tl6781 - stock.adobe.com

Kurz nach der Übernahme durch den Investor Tiven ist das bayrische Solarunternehmen Sonnen insolvent. Das wurde FINANCE aus Marktkreisen bestätigt. Zuerst berichtete das „Handelsblatt“ über den Insolvenzantrag.  

Dem „Handelsblatt“ zufolge sollen das Bestandsgeschäft und der Service für die mehr als 150.000 Kunden weiterlaufen. Allerdings werden zahlreiche Sonnen-Töchter abgewickelt oder in Insolvenz in Eigenverwaltung geschickt. Nur ein einziger Produktionsstandort soll nach „Handelsblatt“-Informationen erhalten bleiben. Sonnen äußerte sich auf FINANCE-Anfrage nicht.

Die Insolvenz kommt überraschend, denn Sonnen hatte erst vor Kurzem einen neuen Eigentümer bekommen, der das Unternehmen auf Vordermann bringen wollte.

Tiven kaufte Sonnen von Shell

2019 übernahm der Ölkonzern Shell den Solarspeicherhersteller Sonnen Medienberichten zufolge für knapp 500 Millionen Euro. Im August dieses Jahres verkaufte Shell das Unternehmen an den Investor Tiven, ein Family Office von Gert Purkert, Mitgründer und Partner der Investmentfirma Aurelius. Aurelius Waterrise, das Operations Team von Aurelius, kam zudem an Bord, um den Solarspeicherhersteller zu sanieren.

Seit Anfang Oktober leitet Berater Friedrich Trautwein Sonnen. Trautwein war bereits an der Restrukturierung anderer Aurelius-Unternehmen beteiligt, etwa bei der Kosmetikkette „The Body Shop“ im Jahr 2024.

Sonnen galt als Aushängeschild

Die Übernahme von Sonnen vor rund zwei Monaten erfolgte in einem schwierigen Marktumfeld, denn der Markt rund um Erneuerbare Energien hat sich in den vergangenen Jahren verschlechtert. Trotz Rekordwachstum beim Gesamtmarkt für Solarspeicher melden deutsche Hersteller Verluste, Stellenabbau und Umsatzrückgänge. Grund hierfür sind unter anderem chinesische Anbieter.

Klar war schon damals, dass der Deal ein herausfordernder Restrukturierungsfall für Tiven und Aurelius werden würde – das Aus nach nur zwei Monaten kam dennoch unerwartet. Dem „Handelsblatt“ zufolge zeigten sich die Mitarbeiter ob der Meldung „geschockt“.  

Dabei galt das Unternehmen mit Hauptsitz im bayrischen Wildpoldsried einst als Aushängeschild der deutschen Energiewende. Sonnen war bekannt für sein modernes Design, die intelligente Steuerung und innovative Konzepte. Das Solarunternehmen entwickelte das Konzept der Vernetzung von Heimspeichern zu einem virtuellen Schwarm-Großkraftwerk, das über Deutschland hinaus Aufmerksamkeit erregte.

Doch die Gewinne blieben aus, dem Vernehmen nach soll Shell einiges an Geld in Sonnen reingesteckt haben. Dem „Handelsblatt“ zufolge lag der Verlust des Unternehmens 2024 schließlich bei mehr als 188,7 Millionen Euro (Ebitda). 2025 konnte das Unternehmen das Minus immerhin auf 52,2 Millionen Euro reduzieren.

Jasmin Rehne ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die Themen Gehalt und Personal. Zudem ist sie Moderatorin bei FINANCE TV. Sie hat in Marburg Sprache und Kommunikation studiert. Neben ihrem Studium arbeitete Jasmin Rehne bereits als studentische Hilfskraft bei FINANCE.

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