Großinsolvenzen verharren auf hohem Niveau

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Hellweg war der am Umsatz gemessen größte Insolvenzfall im zweiten Quartal. Foto: Edda Dupree - stock.adobe.com
Hellweg war der am Umsatz gemessen größte Insolvenzfall im zweiten Quartal. Foto: Edda Dupree - stock.adobe.com

Keine Entwarnung bei den Insolvenzzahlen, aber auch kein weiterer Absturz: Im zweiten Quartal 2026 stellten 105 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 10 Millionen Euro einen Insolvenzantrag. Damit bleibt die Zahl der Unternehmenspleiten nahezu identisch mit dem Vorquartal (104) und rund 12 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum (94).

Der nach dem deutlichen Einbruch im ersten Quartal statistisch zu erwartende saisonale Rebound blieb damit aus. Stattdessen hat sich das Insolvenzgeschehen auf einem beunruhigend hohen Niveau eingependelt: Das laufende Quartal liegt 40 Prozent über dem Fünfjahresdurchschnitt von 75 Verfahren.

Das geht aus dem aktuellen Insolvenz-Report hervor, für den die Restrukturierungsberatung Falkensteg exklusiv für FINANCE die Großinsolvenzen von Unternehmen auswertet.

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Insolvenzanmeldungen: Plateau, kein Rebound

Im Gesamtbild des ersten Halbjahres 2026 summieren sich die Insolvenzanträge auf 209 Fälle – knapp 4 Prozent unter dem Vorjahreswert von 217. Eine echte Entspannung lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. „Von Entspannung kann keine Rede sein, auch wenn die Stimmungsindikatoren für die Konjunktur nach oben drehen“, sagt Jonas Eckhardt, Partner bei Falkensteg und Autor der Studie.

Auffällig ist dabei eine strukturelle Verschiebung: Während die kleinste Umsatzklasse (10 bis 19 Millionen Euro) mit 50 Fällen weiterhin knapp die Hälfte aller Anträge stellt, ist die Zahl der Verfahren oberhalb von 100 Millionen Euro Jahresumsatz von sieben auf zwölf gestiegen. Zusammen mit zwölf weiteren Fällen in der Klasse zwischen 50 und 99 Millionen Euro gerieten im zweiten Quartal 24 Unternehmen dieser Größenordnungen in die Krise. Das ist laut den Studienautoren ein deutliches Signal, dass die Insolvenzwelle zunehmend auch die obere Mittelklasse und größere Konzernstrukturen erfasst.

Insolvenzverfahren: Lichtblick auf der Ausgangsseite

Auf der Ausgangsseite zeigt sich ein vorsichtiger Trend zum Besseren. Von 70 abgeschlossenen Verfahren mündeten 45 in eine Fortführung. Die Positivquote stieg damit auf 64 Prozent, nach 55 Prozent im Vorquartal und 48 Prozent im Vorjahreszeitraum. Den größten Anteil daran haben der Asset Deals: Mit 37 Fällen und einem Anteil von 53 Prozent stellen sie erneut mehr als die Hälfte aller Verfahrensausgänge, nach 45 Prozent im Vorquartal. Die Zahl der Sanierungen über einen Insolvenzplan verharrt dagegen seit drei Quartalen bei acht Fällen.

Gleichzeitig gingen die negativen Ausgänge zurück: Masseunzulänglichkeiten sanken von 17 auf zehn Fälle und haben sich binnen Jahresfrist mehr als halbiert. Der Anteil negativer Ausgänge fiel von 45 auf knapp 36 Prozent.

Sarah Backhaus ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Backhaus ist spezialisiert auf die Themen Restrukturierung, Transformation, Zahlungsverkehr und Cash Management. Sie hat Journalismus an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Köln studiert. Sarah Backhaus arbeitete während ihres Studiums unter anderem für Onlinemagazine von Gruner + Jahr und schrieb als freie Journalistin für die Handelszeitung, faz.net und Impulse.