Die Deutsche Bank vollzieht einen weiteren Führungswechsel in ihrer Unternehmensbank: Kurz nach dem Einstieg von Michael Diederich als neuem Co-Chef der Unternehmensbank wechselt zum Jahresende deren bisheriger Leiter David Lynne in den Ruhestand. Lynne, der seit 1995 für das Finanzinstitut tätig ist, hat seinen Rücktritt angekündigt, wie aus einer Mitteilung der Bank hervorgeht. Der Top-Banker verlässt Deutschlands größte Geschäftsbank nach 30 Jahren, in denen er zuletzt als Co-Leiter der Unternehmensbank maßgeblich das Geschäft prägte.
Seine Nachfolge tritt Ole Matthiessen an, der zum 1. Januar zum globalen Co-Leiter der Unternehmensbank ernannt wird. Der gebürtige Deutsche kehrt dafür von seinem aktuellen Standort Singapur, von wo aus auch sein Vorgänger Lynne arbeitete, nach Frankfurt zurück, wo er künftig gemeinsam mit Michael Diederich die Geschäftsbereichsleitung übernimmt. Damit holt die Deutsche Bank die Leitung ihrer Unternehmensbank wieder gänzlich zurück nach Deutschland.
Erfolgreiche Bilanz unter Lynnes Führung
Unter David Lynnes Leitung in den vergangenen drei Jahren verzeichnete die Unternehmensbank ein deutliches Wachstum: Die Erträge des Segments stiegen Unternehmensangaben zufolge um rund 20 Prozent. „David war ein verlässlicher Pfeiler unserer Organisation und ein wahrer Partner“, würdigte Fabrizio Campelli, im Vorstand für die Unternehmensbank und Investmentbank verantwortlich, die Leistungen des scheidenden Managers.
Matthiessen bringt internationale Erfahrung mit
Sein Nachfolger Ole Matthiessen ist im Konzern kein Unbekannter. Seit seinem Eintritt in die Deutsche Bank im Jahr 2008 durchlief er verschiedene Stationen in Frankfurt, London und Singapur. Seine Karriere begann im Bereich Structuring im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren und Währungen.
2019 übernahm Mathiessen die globale Leitung des Cash Managements, das unter seiner Führung zum am schnellsten wachsenden Bereich des Segments avancierte. Seit 2022 verantwortet er zusätzlich das Geschäft der Unternehmensbank in Asien-Pazifik, dem Nahen Osten und Afrika. Matthiessen gehört bereits seit fast sieben Jahren dem Führungsgremium der Unternehmensbank an und wird künftig auch Mitglied des Konzernleitungskomitees.
Wer Matthiessens Nachfolge antritt, gab die Bank noch nicht bekannt.
Strategische Neuausrichtung auf Deutschland und Europa
Erst zum Oktober hat Ex-FC-Bayern-CFO Michael Diederich seine Position als Co-Leiter der Unternehmensbank angetreten. Sein Auftrag: Er soll sich „insbesondere um das deutsche Geschäft“ kümmern, hieß es damals von der Bank.
Mit der aktuellen Neubesetzung verfolgen die Frankfurter diese klare geografische Aufgabenteilung weiter: Matthiessen konzentriert sich auf das Wachstum und die Kundenvernetzung in Asien-Pazifik, dem Nahen Osten, Afrika und Amerika. Michael Diederich fokussiert sich auf Deutschland, das Vereinigte Königreich, Irland und den übrigen europäischen Markt.
Die Aufstellung unterstreiche das Ziel, als „Globale Hausbank“ erster Ansprechpartner für lokale und globale Unternehmen zu sein – vom gehobenen Mittelstand bis zu multinationalen Konzernen, betonte Vorstandsmitglied Campelli.
Der Führungswechsel wird zum 1. Januar 2026 vollzogen. Bis dahin sollen Lynne, Matthiessen und Diederich gemeinsam an einem nahtlosen Übergang arbeiten, heißt es seitens der Bank.
Esra Laubach ist Redakteurin bei FINANCE und widmet sich schwerpunktmäßig den Themen Transformation, Restrukturierung und Recht. Sie ist Sprach- und Kommunikationswissenschaftlerin. Vor FINANCE war sie rund fünf Jahre als Legal-Journalistin für den Juve Verlag in Köln tätig, wo sie auch ihr journalistisches Volontariat absolvierte. Esra Laubach arbeitete während ihres Studiums multimedial u.a. für das ARD-Morgenmagazin, mehrere Zeitungen und moderierte beim Hochschulradio Kölncampus.
