Nach fünf Jahren bei der BayernLB verlässt der Vorstandsvorsitzende Johannes-Jörg Riegler die Landesbank wieder.

BayernLB

12.12.18
Banking & Berater

BayernLB-Chef Johannes-Jörg Riegler geht

Vorstandschef Johannes-Jörg Riegler verlässt die BayernLB nach fünf Jahren. Obwohl er die Landesbank auf eine solide finanzielle Basis gestellt hat, gab es schon seit Monaten Spekulationen über einen Weggang.

Die BayernLB muss sich auf die Suche nach einem neuen Chef machen: Der Vorstandsversitzende Johannes-Jörg Riegler verlässt die zweitgrößte deutsche Landesbank. Sein Vertrag, der Ende Februar 2019 endet, wird nicht verlängert, heißt es in einer Mitteilung der BayernLB. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Edgar Zoller wird die Bank interimistisch führen.

Man habe sich gemeinsam mit Riegler „in bestem Einvernehmen“ für diesen Schritt entschieden. Zu den Gründen für die Trennung äußerte sich die BayernLB nicht. In Medien wurde bereits seit einigen Monaten über Rieglers Zukunft bei der Landesbank spekuliert.

Spekulationen über Gehaltsforderungen von Riegler

Ein Knackpunkt sollen demnach die Gehaltsforderungen des CEOs gewesen sein: Der 54-Jährige habe auf eine Gehaltserhöhung gepocht, schrieb beispielsweise das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Unternehmenskreise. Statt eines Jahressalärs von 750.000 Euro solle er das Doppelte gefordert haben. Das Land Bayern als Mehrheitseigner und die bayerischen Sparkassen, die mit einem Viertel beteiligt sind, sollen sich daran gerieben haben. Offizielle Informationen dazu liegen nicht vor, die BayernLB wollte sich auf Anfrage von FINANCE dazu nicht äußern.

Mitten in den Spekulationen um die Personalie Riegler wurde vor wenigen Tagen außerdem bekannt, dass die Europäische Zentralbank eine Überprüfung der Vergütungspraxis bei der BayernLB angeordnet hat. Im Zentrum steht offenbar die Entlohnung sogenannter Risikoträger, also Mitarbeiter, die einen wesentlichen Einfluss auf das Risikoprofil einer Bank haben. Ein Zusammenhang der Prüfung mit der Personalie Riegler ist allerdings nicht bekannt.

Riegler hat Altlasten bei BayernLB abgebaut

Ohne Frage hat Riegler, der auch Präsident des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) ist, eine wichtige Rolle bei der erfolgreichen Sanierung der bayerischen Landesbank gespielt. Der promovierte Jurist kam 2014 von der NordLB, wo er Vizechef war, zur BayernLB.

Damals war die Bank noch hoch verschuldet, nachdem der Freistaat Bayern sie mit 10 Milliarden Euro aus der Finanzkrise 2008/2009 gerettet hatte. 5 Milliarden Euro davon hätte sie bis 2019 zurückzahlen müssen – unter der Führung von Riegler war es schon Mitte 2017 soweit. Diesen Verdienst honoriert auch Aufsichtsratschef Wolf Schumacher: „Wir danken Herrn Riegler, der in einer schwierigen Phase Verantwortung übernommen und Altlasten konsequent abgebaut hat.“

Auch die Zahlen, die die Bank zuletzt vorgelegt hat, lesen sich positiv. Das Vorsteuerergebnis legte in den ersten neun Monaten 2018 um knapp 30 Prozent auf 716 Millionen Euro zu. Damit übertrafen die Münchener schon das für das Gesamtjahr angepeilte Ziel eines Vorsteuergewinns im mittleren dreistelligen Millionenbereich. Der Zinsüberschuss stieg in den ersten neun Monaten um 2,6 Prozent auf 1,28 Milliarden Euro. Im Firmenkundengeschäft konnte die Bank den Vorsteuergewinn mit 222 Millionen Euro zumindest stabil halten. 

Nachfolge von Riegler bei BayernLB noch offen

Wer auf Johannes-Jörg Riegler als neuer Chef der Landesbank nachfolgen soll, ist noch offen. Man habe für die Suche einen strukturierten Prozess gestartet, teilte die Bank mit. Wann mit einer Neubesetzung zu rechnen ist, ist ebenfalls noch nicht bekannt. Die Qualität habe dabei Vorrang vor dem Tempo, hieß es.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de