Könnte schon bald Chef der HSH Nordbank sein: Stefan Ermisch.

HSH Nordbank

31.03.16
Banking & Berater

CFO Stefan Ermisch wohl bald Chef der HSH Nordbank

Bei der HSH Nordbank zeichnet sich ein Machtwechsel ab. Laut Medienberichten soll der bisherige Chef Constantin von Oesterreich die Bank verlassen. Ein Nachfolger ist wohl bereits gefunden.

In unruhigen Zeiten steht der seit der Finanzkrise stark belasteten HSH Nordbank ein Führungswechsel bevor. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Constantin von Oesterreich wird die Bank, die vor einer vollständigen Privatisierung steht, verlassen. Er hat nach Informationen des Manager Magazins um die Aufhebung seines Vertrages gebeten, der eigentlich noch bis Oktober 2017 läuft. Die Bank selbst wollte die Personalie auf Anfrage von FINANCE nicht kommentieren.

Die Nachfolge des CEOs soll offenbar Stefan Ermisch antreten. Der 50-Jährige ist bisher von Oesterreichs Stellvertreter und außerdem Finanzvorstand des Hauses. Er soll laut Manager Magazin im Mai zum CEO berufen werden. Als Bankchef agierte er bereits zeitweise bei der BayernLB als kommissarischer Vorstandsvorsitzender.

Stefan Ermisch soll HSH Nordbank durch Privatisierung führen

Der bisherige Chef begründet seinen Rücktritt offenbar damit, dass er die Bank durch den EZB-Stresstest und das EU-Verfahren gelotst habe, das jetzt abgeschlossen ist. Die Bank teilte kürzlich mit, dass eine Einigung zwischen EU-Kommission und Bundesrepublik Deutschland im laufenden EU-Beihilfeverfahren für die Bank erzielt wurde. Die Bank darf demnach einen Teil ihrer Altlasten an die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein abtreten und weitere notleidende Kredite selbst am Markt verkaufen. 

Stefan Ermisch müsste die Bank dann in der nächsten Phase des Prozesses begleiten, denn  die EU-Auflagen bedeuten für die Bank große Umbrüche: Bis spätestens Ende 2018 muss die Bank in private Hände übergeben werden. Laut von Oesterreich ist Ermisch dafür ein „exzellenter neuer Lenker“, zitiert das Manager Magazin den CEO. Stefan Ermisch sprach bereits im Herbst vergangenen Jahres mit FINANCE über die anstehende Privatisierung und die Rolle des Firmenkundengeschäfts in dem Prozess.

Ermisch müsste sich als CEO voraussichtlich wie sein Vorgänger mit einem Gehalt von 500 000 Euro pro Jahr zufrieden geben müssen. Laut Manager Magazin sei jedoch ein Bonus im Falle einer erfolgreichen Privatisierung im Gespräch.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de