Die Commerzbank baut radikal um – mit Folgen für das Firmenkundengeschäft. Besonders im Investmentbanking soll das Angebot gestutzt werden.

Julia_Schwager/Commerzbank

04.02.21
Banking & Berater

Commerzbank passt M&A- und ECM-Angebot an

Die neue Strategie der Commerzbank hat Auswirkungen auf das Firmenkundengeschäft: Unter anderem will die Bank ihr Angebot im Eigenkapitalgeschäft und bei M&A-Deals anpassen.

Der Fahrplan der Commerzbank für die kommenden drei Jahre steht: Am späten Mittwochabend gab der Aufsichtsrat seine Zustimmung zu den Sparplänen des Vorstands, deren Eckpunkte vor wenigen Tagen veröffentlicht  worden waren.

Damit zeichnet sich nun auch deutlicher ab, was die Strategieplanung bis 2024, mit der die Bank insgesamt 1,4 Milliarden Euro an Kosten einsparen möchte, für das Firmenkundengeschäft bedeutet.

Commerzbank will profitableres Firmenkundengeschäft

Oberstes Ziel: Das Geschäft mit Firmenkunden, das seit Jahresanfang unter der Leitung von Michael Kotzbauer  steht, soll profitabler werden. Dafür will die Commerzbank ihren Kundenfokus nachschärfen und die individuelle Beratung auf diejenigen Klienten fokussieren, bei denen sie profitabel ist. Für weniger komplexe, standardisierte Kundenanliegen soll es dagegen ein Direktbankangebot geben.

Einen schweren Stand hat das Investmentbanking: Speziell im Eigenkapitalgeschäft (ECM) sowie im Transaktionsgeschäft (M&A ) wird sich das Angebot ändern. Diese Dienste will die Commerzbank künftig exklusiv für Firmenkunden vorhalten, die etwa im Zuge von Nachfolgeregelungen einen Beratungsbedarf haben. Für die Bereiche Aktienhandel und -vertrieb sowie für das Aktienresearch prüfe man Kooperationen. 

Commerzbank erwartet hohen Verlust

Der Druck auf die Commerzbank ist groß: Nach vorläufigen Zahlen wird sie das Geschäftsjahr 2020 mit einem operativen Verlust von 233 Millionen Euro abschließen, der Konzernverlust liegt voraussichtlich sogar bei rund 2,9 Milliarden Euro.

Deutlich besser lief es dagegen beim Konkurrenten Deutsche Bank: Sie verzeichnete im zurückliegenden Geschäftsjahr einen Konzerngewinn von 624 Millionen Euro, der Gewinn vor Steuern lag bei 1 Milliarde Euro. Damit hat sie erstmals seit 2014 wieder einen Gewinn erwirtschaftet. Dies führt die Bank auch auf den voranschreitenden Umbau zurück. Im Jahr 2019 hatte auch die Deutsche Bank noch einen Verlust vor Steuern von 2,6 Milliarden Euro zu verbuchen.

Auch die Commerzbank wird sich in den kommenden drei Jahren nun radikal verändern – mit einem Rückzug aus einigen Auslandsmärkten, dem Aufbau regionaler Service-Einheiten und einem Umbau im Privat- und Unternehmerkundengeschäft. Weitere Hintergründe und eine ausführliche Analyse zur neuen Firmenkundenstrategie der Commerzbank lesen Sie bei unserer Schwesterpublikation DerTreasurer.

markus.dentz[at]finance-magazin.de