Deutsche Bank

16.03.18
Banking & Berater

Deutsche Bank: Warum nur der CFO einen Bonus bekommt

Der aktuelle Vergütungsbericht der Deutschen Bank zeigt: Nur der neue CFO James von Moltke bekommt einen echten Bonus. Aber auch Stuart Lewis und Garth Ritchie erhalten eine Art Zusatzzahlung – für „zusätzliche Verantwortung“.

Im Gegensatz zu den Mitarbeitern, bekommt kein Vorstandsmitglied der Deutschen Bank für das zurückliegende Geschäftsjahr einen Bonus ausbezahlt – bis auf CFO James von Moltke. Das zeigt der heute veröffentlichte Vergütungsbericht der Deutschen Bank.

Von Moltke war Mitte 2017 von der Citigroup zur Deutschen Bank gewechselt. Wegen seines unterjährigen Wechsels sind laut des Vergütungsberichts „von seinem früheren Arbeitgeber aufgeschobene gewährte Vergütungskomponenten verfallen“. Die Deutsche Bank habe diese „wertgleich ersetzt“.

So setzt sich der CFO-Bonus zusammen

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James von Moltke, Deutsche Bank AG

Nach seinem Bachelor-Abschluss an der Universität Oxford beginnt James von Moltke seine Karriere 1992 bei der Investmentbank Credit Suisse First Boston in London. Drei Jahre später und bis 2005 ist er für JP Morgan in New York und Hongkong tätig. Anschließend wechselt er zu Morgan Stanley in New York. In diesen Rollen berät er vor allem Unternehmen aus dem Financial-Services-Bereich.
 
2009 übernimmt von Moltke die Leitung der Corporate M&A Abteilung bei der Citigroup und drei Jahre später die Verantwortung für die weltweite Finanzplanung der US-Bank. 2015 wird er zum Treasury-Chef der Citigroup befördert. Im Frühjahr 2017 verkündet von Moltke seinen Wechsel zur Deutschen Bank, wo er seit Juli des gleichen Jahres Konzern-CFO ist.

zum Profil

Der Bonus teilt sich auf in eine Bar- und eine Aktienkomponente. Von Moltke erhält zunächst rund 355.000 Euro in bar sowie die gleiche Summe in Aktien. Hinzu kommt eine aufgeschobene Barvergütung („Restricted Incentive Award“) über rund 1,6 Millionen Euro sowie ein weiteres Aktienpaket im Wert von rund 2,5 Millionen Euro, das zu einem späteren Zeitpunkt fällig wird („Restricted Equity Award“). Die Aktien unterliegen allerdings Haltefristen.

Die Gesamtvergütung für den CFO nach den Standards des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) liegt dem Bericht zufolge bei rund 6,9 Millionen Euro. Diese setzt sich aus einem fixen Grundgehalt, Nebenleistungen, dem Bonus und Pensionsleistungen zusammen. Unmittelbar auf dem Konto von James von Moltke landeten davon nur rund 2,5 Millionen Euro. Das sind die im DCGK definierten „Zuflüsse“.

Zwei Vorstände erhalten Bonus, der kein Bonus ist

Zwei Vorstände der Deutschen Bank erhielten im abgelaufenen Geschäftsjahr zudem eine „Funktionszulage“ für zusätzlich übernommene Verantwortung. So erhielt Risikovorstand Stuart Lewis 300.000 Euro, weil er zusätzlich die Verantwortung dafür übernahm, „das Verhältnis zu den US-amerikanischen Regulatoren weiter zu verbessern“. Garth Ritchie, der zusammen mit Markus Scheck das Corporate & Investmentbanking leitet, erhielt als Brexit-Verantwortlicher des Vorstands 250.000 Euro.

Auch beim Grundgehalt aller Vorstandsmitglieder hat sich einiges getan, da die Bank auf der vergangenen Hauptversammlung ihr Vergütungssystem umgestellt hat. Das Gehalt von CEO John Cryan wurde von 3,8 auf 3,4 Millionen Euro gesenkt. Die beiden stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden, Macus Schenck und Christian Sewing, erhielten 3 Millionen Euro. Die Grundvergütung für die beiden CIB-Vorstände Marcus Schenck und Garth Ritchie wurde ebenfalls auf 3 Millionen Euro festgesetzt. Alle übrigen Vorstandsmitglieder verdienen im Jahr fix 2,4 Millionen Euro. 

Garth Ritchie hat das wertvollste Gehaltspaket

Den größten Versorgungsaufwand betrieb die Bank im vergangenen Jahr für Garth Ritchie. Laut Vergütungsbericht verbuchte die Deutsche Bank hier rund 1,3 Millionen Euro. Das Gesamtvergütungspaket von Garth Ritchie ist damit laut des Vergütungsberichts mit rund 4,8 Millionen Euro sogar wertvoller als das von CEO John Cryan (rund 3,6 Millionen).

Die Deutsche Bank hat im abgelaufenen Geschäftsjahr zum dritten Mal in Folge Verluste geschrieben. Vor allem die Corporate & Investmentbank lies auf der Ertragsseite Federn. Unter dem Strich sackten die Erträge dort um 15 Prozent auf rund 14,2 Milliarden Euro ab.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de