Jörg Kukies, Co-Deutschlandchef von Goldman Sachs, verlässt die Investmentbank. Künftig wird sie in Deutschland von Wolfang Fink geleitet.

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19.03.18
Banking & Berater

Goldman-Sachs-Deutschlandchef Jörg Kukies wird Politiker

Der Deutschlandchef von Goldman Sachs, Jörg Kukies, wechselt als Staatssekretär ins Bundesfinanzministerium. Dort soll der Investmentbanker vor allem für Finanzmarktregulierung zuständig sein.

Überraschende Personalie im Bundesfinanzministerium: Der bisherige Investmentbanker Jörg Kukies wird als Staatssekretär künftig für die Themen Europa und Finanzmarktpolitik zuständig sein. Für die neue Position unter Finanzminister Olaf Scholz gibt Kukies einen lukrativen Posten auf: Der 50-Jährige leitet seit Ende 2014 gemeinsam mit Wolfgang Fink das Deutschlandgeschäft der US-Investmentbank Goldman Sachs.

In dieser Funktion waren die beiden Manager damals auf den schillernden Deutschlandchef Alexander Dibelius gefolgt. Nach dem Abgang des promovierten Finanzwissenschaftlers wird Fink künftig alleine an der Spitze der Bank stehen, wie eine Goldman-Sachs-Sprecherin auf Anfrage von FINANCE erklärte. Zuerst über die Personalie berichtet hatte der „Tagesspiegel“.

Investmentbanker Kukies hat Juso-Vergangenheit

Das Bundeskabinett muss der Berufung von Kukies sowie den drei weiteren Staatssekretären allerdings noch zustimmen. Im Bundesfinanzministerium soll sich Kukies als beamteter Staatssekretär vor allem um Finanzmarktregulierung sowie die weitere Absicherung des europäischen Bankensektors kümmern, erklärt das Ministerium auf Anfrage.

Dabei dürften Kukies seine Erfahrungen bei Goldman Sachs helfen: Der 50-Jährige war seit 2001 in verschiedenen Funktionen von Frankfurt und London aus für das Geschäft mit Aktien, festverzinslichen Wertpapieren und Derivaten zuständig.

Allerdings hat der Investmentbanker auch eine politische Vergangenheit: Anfang der 1990er Jahre war Kukies Juso-Chef in Rheinland-Pfalz, dem SPD-Landesverband der designierten Parteivorsitzenden Andrea Nahles. Auch der aktuelle amerikanische Finanzminister Steven Mnuchin arbeitete einst bei Goldman, ebenso wie der EZB-Chef Mario Draghi. In Deutschland ist es allerdings eher ungewöhnlich, dass ein hoher Wirtschaftsvertreter in die Politik wechselt.

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