HSBC Deutschland

02.01.18
Banking & Berater

HSBC-Firmenkundenchef Norbert Reis verlässt Vorstand

Die HSBC muss sich in Deutschland einen neuen Firmenkundenchef suchen: Norbert Reis verlässt den Vorstand – bleibt der HSBC aber erhalten.

HSBC-Firmenkundenchef Norbert Reis tritt kürzer: Der 60-Jährige ist zum Jahresende aus dem Vorstand von HSBC Trinkaus & Burkhardt („HSBC Deutschland“) ausgeschieden. Dieser Schritt erfolge auf eigenen Wunsch, teilte die Düsseldorfer Bank mit. Reis bleibt der Bank jedoch erhalten: Er widme sich jetzt „voll und ganz“ der Betreuung großer Kunden, so die HSBC.

Damit kehrt Reis zu seinen Wurzeln zurück: Der Investmentbanker war im Januar 2014 von der Credit Suisse zur HSBC gestoßen und hatte dort zunächst das Großkundengeschäft geleitet. Das Geschäft mit mittelständischen Unternehmen verantwortete seinerzeit Stephen Price, den die HSBC kurz zuvor von London nach Deutschland entsandt hatte. 

Als Price die Düsseldorfer im Sommer 2016 verließ, übernahm Norbert Reis die alleinige Verantwortung für das Firmenkundengeschäft. Dieses firmiert seither unter dem Namen „Corporate and Institutional Banking“.

Wer wird Nachfolger von Norbert Reis?

Unterhalb des Firmenkundenvorstands Reis installierte die Bank damals zwei Bereichsleiter: Martin Hörstel als operativer Leiter des Großkundengeschäfts („Global Banking“) sowie Christian Kolb als Chef des Mittelstandssegments („Commercial Banking“).

Diese zwei dürften nun gute Chancen haben, die Nachfolge von Reis als Firmenkundenvorstand anzutreten – sofern die Bank keinen externen Manager anheuert. Noch scheint dazu keine Entscheidung gefallen zu sein: Der Nachfolger werde „zu gegebener Zeit bekannt gegeben“, teilte die HSBC mit. Interimistisch leitet auf Vorstandsebene nun Deutschland-Chefin Carola von Schmettow das Firmenkundengeschäft, wie eine HSBC-Sprecherin auf Anfrage von FINANCE erklärte.

Für Hörstel ergibt sich durch den Rückzug von Reis allerdings zunächst eine kuriose Situation, denn sein ehemaliger Chef nimmt nun de-facto seine Position ein – die Betreuung der HSBC-Großkunden. Wie die künftige Aufgabenteilung zwischen Hörstel und Reis aussehen soll und welche Position Reis fortan offiziell inne hat, lässt die HSBC bislang offen.

HSBC hängt in League Tables zurück

Von Schmettow lobte Reis für seine Arbeit: „Unseren heutigen Betreuungsansatz im Firmenkundengeschäft haben wir maßgeblich Norbert Reis zu verdanken.“ Unter der Ägide des 60-Jährigen habe die Bank vor allem in den Bereichen Akquisitions- und Kapitalmarktfinanzierungen deutliche Fortschritte gemacht, betont die HSBC.

Reis, der vor seiner Zeit bei HSBC unter anderem im Investmentbanking der Credit Suisse, der Deutschen Bank und Morgan Stanley tätig war, sicherte der HSBC unter anderem eine prominente Beteiligung an der Brückenfinanzierung von Bayer für die Monsanto-Übernahme. 

Im Jahr 2017 schnitt HSBC Deutschland in den League Tables allerdings wenig erfolgreich ab: Das zeigen Daten des Dienstleisters Dealogic, der diese Statistiken für Syndicated Loans, Debt Capital Markets, Equity Capital Markets und M&A-Deals mit Zielunternehmen im deutschsprachigen Raum exklusiv für FINANCE aufbereitet. Demnach reichte es für die HSBC bis Ende November nur im Bereich DCM und Syndicated Loans gerade so für einen Top-10-Platz.

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