HSBC Deutschland

05.12.16
Banking & Berater

HSBC nimmt frisches Kapital für Firmenkundenoffensive auf

HSBC Trinkaus & Burkhardt beschafft sich mit einer Nachranganleihe neues regulatorisches Kernkapital. Damit kann die Düsseldorfer Bank bei ihrer Wachstumsoffensive aus den Vollen schöpfen.

HSBC Deutschland schafft neuen Spielraum für ihre Offensive im Firmenkundengeschäft: Wie die Düsseldorfer Bank heute mitteilte, polstert sie ihr regulatorisches Kernkapital (Additional Tier 1) mit einer Nachranganleihe über 235 Millionen Euro auf. Die unbegrenzt laufende Anleihe, die HSBC in fünf Jahren erstmals kündigen kann, wird anfänglich mit 5,65 Prozent verzinst. Der Kupon wird allerdings alle fünf Jahre angepasst.

Das frische Geld kommt von der Mutter aus London: Die britische HSBC, die 80,7 Prozent des Grundkapitals an HSBC Trinkaus & Burkhardt hält, werde die Nachranganleihe im Zuge einer Privatplatzierung vollständig zeichnen, heißt es in der Mitteilung.

HSBC Deutschland will weiter Marktanteile bei Firmenkunden gewinnen

Schon länger wurde erwartet, dass die HSBC Deutschland ihr regulatorisches Kernkapital aufbessern würde. In Folge der 2013 ausgerufenen Wachstumsoffensive im deutschen Firmenkundengeschäft  hatte die HSBC ihr hiesiges Geschäft zuletzt deutlich ausgebaut. Insgesamt 500 Millionen Euro investierte die Bank – vor allem in zusätzliches Personal und die Eröffnung neuer Niederlassungen. Um Marktanteile bei Mittelständlern zu gewinnen, weitete die Bank zudem ihr Kreditbuch deutlich aus.  Kapital war daher zum limitierenden Faktor der Wachstumsbemühungen geworden.

Der Erlös der Nachranganleihe soll nun sicherstellen, dass die Bank im „Einklang mit regulatorischen Vorgaben“ weiter wachsen kann, heißt es in der Mitteilung. Durch die Transaktion steigt die Gesamtkapitalquote von 12,2 Prozent Ende September auf 13,7 Prozent. „Die verbesserte Kapitalausstattung ermöglicht es uns, konsequent den Ausbau der Marktanteile in allen Geschäftsbereichen voranzutreiben“, lässt sich Carola von Schmettow, Sprecherin des Vorstand von HSBC Deutschland, zitieren.

Die harte Kernkapitalquote (Core Tier 1), die Ende September bei 10,1 Prozent lag, bleibt durch die Transaktion unverändert. Auf Anfrage von FINANCE erklärte die Bank, man habe sich aus Renditegründen gegen die Aufnahme von echtem Eigenkapital entschieden. Dieses hätte die HSBC als hartes Kernkapital einstufen dürfen. Die kapitalgebenden  Banken erwarten üblicherweise eine Eigenkapitalrendite von 10 Prozent, die Nachranganleihe kommt die HSBC dagegen deutlich günstiger zu stehen. Zudem wird durch die Nachranganleihe der Anteil der LBBW an HSBC Deutschland nicht verwässert: Die Landesbank hält 18,7 Prozent der Anteile an dem Düsseldorfer Geldhaus.

desiree.backhaus[at]finance-magazin.de

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