Die HSBC Trinkaus & Burkhardt hat über ihre Mitteltandsoffensive 500 Millionen Euro in das Firmenkundengeschäft investiert. Nun trägt das Investment erste Früchte.

HSBC

31.08.16
Banking & Berater

HSBC steigert den Gewinn im Firmenkundengeschäft

Die HSBC Trinkaus & Burkhardt wächst sowohl im Geschäft mit Mittelständlern als auch mit Konzernen. Ab jetzt geht es der Düsseldorfer Bank aber nicht mehr um Neukunden, sondern um Rentabilität.

HSBC Trinkaus & Burkhardt erntet die ersten Früchte ihrer Wachstumsoffensive im deutschen Firmenkundengeschäft. Die Bank schaffte es, sowohl im Mittelstandsgeschäft (Commercial Banking, kurz CMB), als auch im Großkundengeschäft (Global Banking & Markets, kurz GB&M) den Gewinn zu steigern. Seit Juni führt die Bank beide Segmente unter dem Bereich Corporate and Institutional Banking.

Der Überschuss vor Steuern im CMB betrug im ersten Halbjahr 32 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es 26,5 Millionen Euro. Im Bereich GB&M stieg der Vorsteuergewinn von 65,9 Millionen auf 84,4 Millionen Euro. Das hat folgende Gründe: Zum einen steigerte die HSBC den Zinsüberschuss, indem sie im ersten Halbjahr mehr Kredite an Unternehmen vergab als im Vorjahr. Zum anderen konnte die Bank die Provisionserlöse nach oben schrauben, vor allem im Kredit- und Devisengeschäft. Da die Bank parallel weniger Risikovorsorge für Kredite betreiben musste, konnte die HSBC so die Zinsverluste durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgleichen. 

HSBC verdient bei Mittelständlern und Konzernen besser

Im CMB stieg der Zinsüberschuss im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 45,3 auf 54,5 Millionen Euro. Im GB&M kletterte der Überschuss von 34,6 auf 41,4 Millionen Euro, in beiden Fällen also um rund 20 Prozent. Das rührt vor allem aus den höheren Kreditvolumina im Geschäft mit Mittelständlern. Das Kreditbuch baut die HSBC im Zuge ihrer Mittelstandsoffensive aus.

Die höheren Provisionen verdankt die Bank in erster Linie dem GB&M und damit ihren Großkunden mit dem lukrativen Kapitalmarktgeschäft. Die Erlöse stiegen dort um 19 Prozent von 136,2 auf 162,1 Millionen Euro. Im CMB war der Anstieg von 27,6 Millionen auf 31,5 Millionen geringer. Der größte Provisionstreiber war das Wertpapiertransaktionsgeschäft mit 63,2 Millionen Euro. 

HSBC will Früchte ihrer Mittelstandsoffensive ernten

Der Halbjahresbericht zeigt auch, wie es um die Wachstumsoffensive der HSBC steht. Ausgerufen im Jahr 2013 vom damaligen Vorstandsvorsitzenden Andreas Schmitz, wollte die HSBC 500 Millionen Euro in ihr Firmenkundengeschäft investieren und Marktanteile bei Mittelständlern gewinnen. Dazu weitete sie ihr Kreditbuch zuletzt stark aus.

Das expansive Kreditwachstum ebbt nun allerdings ab und trägt dadurch der Ankündigung des neuen Firmenkundenchef Norbert Reis Rechnung. Dieser sagte in der Juli/August-Ausgabe des FINANCE-Magazins, dass die Bank nun vom Säen zum Ernten übergehen wolle. Der Finanz- und Risikovorstand der HSBC, Paul Hagen, bekräftigte dies auf der heutigen Pressekonferenz zu den Halbjahreszahlen: Man wolle künftig mehr Geschäft mit den aus der Offensive gewonnenen Kunden machen, sagte der HSBC-Vorstand. Die Düsseldorfer Privatbank schielt dabei vor allem auf das provisionsstarke Kapitalmarktgeschäft. Im Juli sah Reis vor allem in den Bereichen Leveraged Acquisitions Finance, also der Finanzierung von Private-Equity-Deals, und M&A viel Luft nach oben.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de