HSBC Trinkaus macht Ernst mit der Firmenkundenoffensive.

HSBC Trinkaus

27.01.14
Banking & Berater

HSBC Trinkaus konkretisiert Offensive bei Firmenkunden

HSBC Trinkaus will in den kommenden drei Jahren rund 500 Millionen Euro in die Expansion des deutschen Firmenkundengeschäfts investieren. Wie Vorstandssprecher Andreas Schmitz im Gespräch mit der F.A.Z. ankündigte, will die Bank insbesondere im Mittelstand, bei Unternehmen mit niedriger Bonität und bei PE-Investoren punkten.

Dass HSBC Trinkaus es auf die deutschen Firmenkunden abgesehen hat, ist bereits seit längerem klar. Nun hat Vorstandssprecher Andreas Schmitz die Pläne der Bank mit Zahlen unterlegt: Rund 500 Millionen Euro sollen in den kommenden drei Jahren in das Firmenkundengeschäft fließen. Mit dem Geld werden 500 neue Mitarbeiter eingestellt, vier  Niederlassungen in Hannover, Dortmund, Mannheim und Nürnberg eröffnet und die IT-Systeme ausgebaut. HSBC wolle so die Firmenkundenbasis verdoppeln und das kreditfinanzierte Geschäft deutlich auszubauen, sagte Schmitz im Gespräch mit der F.A.Z..

Um weiter wachsen zu können, nimmt die deutsche Tochter der britisch-chinesischen Großbank vor allem die kleineren Mittelständler ab rund 35 Millionen Euro Jahresumsatz sowie Unternehmen im Non-Investment-Grade Bereich ins Visier. Der Bereichsvorstand Firmenkunden, Stephen Price, hatte diesen neuen Fokus bereits im Dezember im Gespräch mit FINANCE vorgestellt.  Darüber hinaus will die Bank auch bei PE-Investoren landen. „Ja, wir nehmen künftig mehr Risiko“, sagte Schmitz der F.A.Z.. Die Kreditrisikovorsorge werde daher auch höher ausfallen. Schmitz plant sie zukünftig mit einem zweistelligen Millionenbetrag pro Jahr ein.

HSBC will mit internationalem Netzwerk und Eigenkapital punkten

Der Wettbewerb im Segment für Firmenkunden ist hart. Beim Ankerprodukt Kredit ist das Angebot hoch, die Nachfrage jedoch schwach. Zahlreiche Banken wie etwa BNP Paribas haben in den vergangenen Monaten insbesondere den deutschen Mittelstand zur neuen Zielgruppe ausgerufen.

Trotzdem ist Schmitz davon überzeugt, dass sich HSBC Trinkaus durchsetzen kann: Der Vorstandssprecher sieht die große internationalen Präsenz des Bank in Wachstumsmärkten wie Lateinamerika und Südostasien als Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Hier benötigten die Mittelständler eine starke Bank vor Ort. Darüber hinaus wirbt er mit der komfortablen Eigenkapitalbasis um die Unternehmen. Die Kernkapitalquote von HSBC Trinkaus betrug nach eigenen Angaben zum 30. September 11,6 Prozent. Vor dem Hintergrund von Basel III „wird sich schon jetzt mancher Kunde fragen, mit welcher Bank er in fünf bis zehn Jahren noch zusammenarbeiten kann“, sagt Schmitz.

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