HSH Nordbank

11.12.18
Banking & Berater

HSH Nordbank holt Nicolas Blanchard als Vertriebschef

Die HSH Nordbank bekommt mit Nicolas Blanchard einen neuen Marktvorstand. Der ehemalige Kapitalmarktchef von Bankhaus Lampe ist damit künftig auch für das Firmenkundengeschäft der privatisierten Landesbank verantwortlich.

Die HSH Nordbank (ab Februar: Hamburg Commercial Bank) hat einen neuen Vorstand für Kunden und Produkte. Wie die bald privatisierte Landesbank mitteilte, folgt Nicolas Blanchard auf den langjährigen Marktvorstand Torsten Temp, der sein Amt zum Jahresende niederlegen und im April kommenden Jahres aus der Bank ausscheiden wird.

Als Vertriebschef verantwortet der 50-jährige Blanchard bei der HSH Nordbank im Vorstand alle Kunden, also auch die von Patrick Miljes geleiteten Unternehmenskunden. Dessen Sparte verdiente in den ersten neun Monaten diesen Jahres vor Steuern 54 Millionen Euro.

Die an die Finanzinvestoren Cerberus und JC Flowers verkaufte Kernbank hat neben dem Firmenkundengeschäft noch drei weitere Geschäftssegmente: Mit Immobilienkunden verdienten die Nordlichter zuletzt vor Steuern 84 Millionen Euro, mit der Schiffsfinanzierung 171 Millionen und im Bereich Treasury & Markets mit Kapitalmarktprodukten 166 Millionen Euro.

Blanchard war Kapitalmarktchef bei Bankhaus Lampe

Das Kapitalmarktgeschäft lieferte aufgrund von Sondereffekten aus Wertpapierverkäufen im Vorjahr damit den größten Vorsteuergewinn ab. Es ist das Spezialgebiet von Nicolas Blanchard. Dieser war zuletzt zwar als Of Counsel bei der Münchener Kanzlei Dentons tätig und half dessen Kunden dabei, Finanzierungen zu strukturieren. Zuvor baute er zusammen mit der ehemaligen Commerzbankerin Ute Gerbaulet jedoch das Kapitalmarktgeschäft für das Bankhaus Lampe aus.

Blanchard war 2012 zu Lampe gekommen und stieg 2014 zum persönlich haftenden Gesellschafter auf. Lange wurde er als heißer Nachfolgekandidat für den scheidenden Lampe-Chef Stephan Schüller gehandelt. Nachdem jedoch Klemens Breuer von der Raiffeisen Bank International als CEO geholt wurde, kehrte Blanchard Lampe vor gut einem Jahr den Rücken, um sich „beruflich neu zu orientieren“.

HSH Nordbank plant offenbar Stellenabbau

Bei der HSH Nordbank steht Blanchard nun vor vielen Herausforderungen. Auf der einen Seite ist zu erwarten, dass die Bank unter der Herrschaft der Finanzinvestoren personell schrumpfen wird. Laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wird strebt die HSH nach der Privatisierung einen größeren Personalabbau an: Anstatt aktuell 1.700 werde die Bank bald weniger als 1.000 Mitarbeiter beschäftigen.

Gleichzeitig deuten Cerberus und JC Flowers mit der Ernennung von Blanchard aber an, wo die Kernbank künftig wachsen soll: im deutschen Mittelstand, etwa als Finanzierer von Immobilien. Der Bereich verzeichnete zuletzt mit 3,2 Milliarden Euro das mit Abstand meiste Neugeschäft. Firmenkunden steuerten nur 1,8 Milliarden bei.

Bei Null muss Blanchard jedoch nicht anfangen, wie er gegenüber der FAZ betonte. Es gebe bei der HSH „nennenswerte Firmen-, Projekt- und Immobilienfinanzierungen mit starken Kundenbeziehungen“, so Blanchard.

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