NordLB-Zentrale in Hannover: Die Eigner des Geldhauses kämpfen um die Rettung der Landesbank.

NordLB

24.01.19
Banking & Berater

Pläne für NordLB-Lösung konkretisieren sich

Die Sparkassengruppe hat offenbar konkrete Pläne für eine Auffanglösung der NordLB. Es geht um Milliardenbeträge. Doch das Konzept könnte die EU auf den Plan rufen.

Die Rettung der in die Krise geratenen NordLB konkretisiert sich. Medienberichten zufolge soll die Sparkassengruppe bis Ende des Monats ein Angebot zur Kapitalerhöhung abgeben. Dabei gehe es um 1 Milliarde Euro, schreibt die F.A.Z. unter Berufung auf Finanzkreise.

Den Rest des Kapitalbedarfs von laut F.A.Z. schätzungsweise 3,5 bis 4 Milliarden Euro sollen die Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt bereitstellen, die beide Anteile an der NordLB halten. Das „Handelsblatt“ beziffert den Geldbedarf der NordLB ebenfalls auf insgesamt gut 3,5 Milliarden Euro. Die beiden Bundesländer müssten demnach etwa 2,5 Milliarden Euro aufbringen.

Drei Stützungsfonds sollen NordLB retten

Die NordLB war wegen ausfallgefährdeter Schiffskredite in die Krise gerutscht. Die Landesbank gehört zu 60 Prozent dem Land Niedersachsen, 5 Prozent hält Sachsen-Anhalt, und die norddeutschen Sparkassen sind zu 35 Prozent an den Hannoveranern beteiligt. 

Laut Informationen der F.A.Z. sollen drei Stützungsfonds bereitgestellt werden, aus denen die Sparkassengruppe ihren Anteil dann zu etwa gleichen Teilen bereitstellen könnte. Diese Lösung würde allerdings auch die öffentlich-rechtlichen Institute in anderen Regionen fordern: Neben Mitteln der norddeutschen Sparkassen und der Landesbanken seien auch Gelder der Sparkassen bundesweit vorgesehen.

Insbesondere diese bundesweiten Mittel sorgen laut F.A.Z. noch für Diskussionsstoff. Fest stehe bereits: Weitere Landesbanken sowie die Fondsgesellschaft Deka wollten sich nicht an der NordLB beteiligen.

Die bundesweite Mittelbereitstellung sorgt noch für Diskussionen.

Selbst wenn sich die Sparkassengruppe auf ein Vorgehen einigt, könnte es in der Umsetzung dennoch Komplikationen geben: Denn noch ist nicht klar, wie die EU-Kommission ein solches Vorgehen beurteilen würde. Öffentliche Eigner können nicht ohne Weiteres frisches Kapital in die NordLB stecken. Ansonsten droht ein Beihilfeverfahren durch die EU-Kommission.

Wenn die Wettbewerbsbehörden den Deal nicht durchwinken, drohen harte Auflagen oder eine Frist zur zwangsweisen Privatisierung. Ein Investment der öffentlichen Eigner wäre allerdings unverfänglicher, wenn zugleich ein privater Investor Kapital zu vergleichbaren Rahmenbedingungen stellt. 

Kommen Finanzinvestoren doch zum Zug?

Daher verhandelt die NordLB auch weiter mit den interessierten Finanzinvestoren Cerberus und Centerbridge. Die beiden Private-Equity-Häuser wollen immer noch bei den Hannoveranern einsteigen, andere Finanzinvestoren sind dagegen bereits aus dem Bieterverfahren ausgestiegen. Ein verbindliches Angebot der privaten Interessenten für die NordLB müsste bis zum morgigen Freitag vorliegen, so der Zeitplan.

Viel Zeit bleibt den NordLB-Eignern nun nicht mehr: Spätestens Anfang Februar wollen sie eine Lösung präsentieren.

jakob.eich[at]finance-magazin.de