Die NordLB hat die nächste Sparrunde eingeleitet.

NordLB

26.09.18
Banking & Berater

Rote Zahlen: NordLB startet nächste Sparrunde

Inmitten der Investorensuche leitet die NordLB die nächste Sparrunde mit Hunderten Stellenstreichungen ein. Die Rückstellungen dafür werden die Landesbank in die roten Zahlen treiben.

Die NordLB streicht weitere Stellen. Dieses Mal trifft es die internen Kreditprozesse sowie die Stabsfunktionen. Bis Ende 2020 sollen in diesen Bereichen rund 430 Stellen eingespart werden, teilte die Bank am heutigen Mittwoch mit. Der Stellenabbau soll Teil eines „freiwilligen Personalabbaus“ sein, der auf Vorruhestands- und Abfindungsregelungen setzt. In einer ersten Phase waren im vergangenen Jahr durch die Fusion mit der früheren Bremer Landesbank bereits rund 420 Stellen vorwiegend in Bremen und Oldenburg weggefallen. 

NordLB erwartet 2018 negatives Jahresergebnis

Weitere Streichungen werden nun folgen: Bis Ende 2020 will die kriselnde Landesbank konzernweit 1.250 Stellen einsparen. Für das Sparprogramm und die Abfindungen fallen zunächst aber zusätzliche Kosten an. Die dafür zu bildenden Rückstellungen werden das Ergebnis des laufenden Geschäftsjahres hart treffen: Durch sie sowie „negative Markteinflüsse“ erwartet die NordLB für das Gesamtjahr 2018 „voraussichtlich ein negatives Jahresergebnis“.

Wie tief genau die Landesbank in die roten Zahlen rutscht, kann sie zurzeit noch nicht verlässlich vorhersagen. Stattdessen bemüht sich das Management, die aktuelle Leidensphase mit einer langfristigen Perspektive zu verbinden.  Die Aufwendungen für das Transformationsprogramm, das bei den Norddeutschen unter dem Titel „One Bank“ firmiert, sollen sich „mittel- und langfristig“ auszahlen: „Die konsequente Neuaufstellung der Bank auf der Kapital-, Risiko- und Kostenebene hat für uns höchste Priorität und ist wichtiger als ein positives Jahresergebnis für das laufende Jahr“, sagte NordLB-CEO Thomas Bürkle.

JP Morgan und Houlihan Lokey betreuen Gespräche

Das Sparprogramm fällt in die heiße Phase der laufenden Investorengespräche für die NordLB, die von JP Morgan und Houlihan Lokey begleitet werden. Dabei arbeiten die Bank und ihre Eigentümer, darunter das Land Niedersachsen, zuvorderst daran, die Kapitalquoten der Bank zu stärken.

Die Bank benötigt nach früheren Informationen der F.A.Z. frisches Eigenkapital von bis zu 5 Milliarden Euro. Das Land Niedersachsen kann als öffentlicher Eigner jedoch nicht einfach weiteres Geld nachschießen, weil dies ein Beihilfeverfahren zur Folge haben könnte. Der Einstieg externer Investoren ist daher eine Option, um die durch Schiffskredite in Schieflage geratene Bank wieder stabiler aufzustellen.

Noch sei die Entscheidung für eine Aufnahme neuer Investoren aber noch nicht gefallen, betont die NordLB. Die laufenden Sondierungen mit potentiellen Investoren dienen demnach lediglich dem Zweck, mögliche Bedingungen eines solchen Einstiegs auszuloten.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

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