SEB

10.04.19
Banking & Berater

Stühlerücken bei der SEB in Deutschland

Die SEB trennt sich in Deutschland von Arne Mühlholm und befördert Firmenkundenbanker Jürgen Baudisch. Bereits im November hat sie ihren Senior-Banker Thilo Zimmermann nach Shanghai geschickt. Was ist los bei der SEB?

Vor gut einem Jahr hat sich die SEB restrukturiert und das Deutschlandgeschäft von einer AG in eine Niederlassung umgewandelt. Nun sieht die schwedische Bank scheinbar erneut personellen Anpassungsbedarf. Nach FINANCE-Informationen trennt sie sich von Arne Mühlholm, der bisher Geschäftsleiter der SEB Frankfurt Branch gewesen ist. Die SEB hat diese Information auf Nachfrage bestätigt, wollte sich zu den Gründen von Mühlholms Abgang jedoch nicht äußern. Man habe sich einvernehmlich getrennt, sagte eine Sprecherin.

Vor dem Abgang von Mühlholm hat die SEB eine neue Führungsposition mit der Bezeichnung „Head of Large Corporates & Financial Institutions“ geschaffen, die ab dem 15. April Jürgen Baudisch übernehmen wird. Die SEB will nach eigener Aussage damit „die Beratungskapazität der Bank stärken“. Baudisch war bisher als „Head of Large Corporate Coverage“ aus München heraus für die Betreuung von Firmenkunden zuständig und berichtete in seiner alten Funktion an den obersten Firmenkunden-Banker der SEB in Deutschland, Michael Leitzbach. Pikant: Künftig wird Baudisch der Chef von Leitzbach sein. 

Neue Berichtstruktur in Deutschland bei der SEB

Baudisch selbst berichtet künftig direkt an Deutschlandchef Johan Andersson und an die beiden globalen Co-Heads Large Corporate & Financial Institutions, Joachim Alpen und William Paus. Während sich der Schwede Andersson künftig vornehmlich um strategische und nach innen gerichtete Fragestellungen kümmern wird, soll Baudisch die Verantwortung für die Markt- und Kundenseite übernehmen.

Mit der von Baudisch besetzten neuen Position will die SEB in Deutschland „das Geschäft mit Unternehmen, institutionellen Kunden und gewerblichen Immobilieninvestoren ausbauen und einen zusätzlichen Schwerpunkt auf die Beratung deutscher Kunden bei der Energiewende und im Bereich Investmentbanking legen“, ließ die Bank auf Nachfrage wissen. 

SEB schickt Sakari Järvelä nach Deutschland zurück

Der von Baudisch überholte Leitzbach soll künftig die Firmenkunden- Banker der SEB führen. Zusätzlich werden seinem Bereich noch die Immobilienkunden zugeschlagen.

Für die Position neben Baudisch versetzt die SEB den Finnen Sakari Järvelä nach Deutschland, der die Produktseite leiten soll. Unter Järvelä sind fortan die Bereiche Loan Origination, Financial Strategy und das Fremdkapitalmarktgeschäft (DCM) angesiedelt. Neben Leitzbach und Järvelä ist noch das Leveraged-Finance-Team von Magnus Lilja eingegliedert, der ebenfalls an Baudisch berichtet.

SEB versetzte Thilo Zimmermann nach Shanghai

Die personellen Veränderungen in Frankfurt finden ohne die Beteiligung eines der bekanntesten Firmenkundenbankers der SEB in Deutschland statt: Thilo Zimmermann wurde bereits im November von der SEB nach Shanghai geschickt, um dort das Firmenkundengeschäft in China auszubauen. Dieser Umstand dürfte die jetzige Umverteilung der Führungsposten in Deutschland vereinfacht haben.

Die SEB hat gerade erst eine umfassende Restrukturierung ihres deutschen Geschäfts durchlaufen. Vor zwei Jahren stellte die Bank ihr Geschäft mit Pfandbriefen und dem öffentlichen Sektor ein und konzentriert sich seitdem auf das Firmenkundengeschäft. In diesem Zusammenhang strich sie mehrere hundert Stellen.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de

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