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League Tables: Schwere Zeiten für Schweizer Banken

Hoch und runter: Schweizer Banken schnitten in den jüngsten League Tables schlecht ab, die amerikanischen Platzhirsche dagegen gut.

Alle Jahre wieder ziehen globale Bankenrankings die Augen der Finanzcommunity auf sich. Banker wollen wissen, wie sie sich im Vergleich zu ihren Wettbewerbern auf den Kapitalmärkten geschlagen haben. Finanzvorstände suchen nach Anhaltspunkten, mit wem sie ihre nächste Kapitalerhöhung, Anleiheplatzierung oder ihren Börsengang am besten durchführen sollten. Die neuesten Zahlen von Thomson Reuters zeigen, dass die großen US-Banken weiterhin das Maß der Dinge sind, während Schweizer Banken zunehmend zu kämpfen haben.

Goldman Sachs führte 2012 wie schon 2011 die Tabellen für M&A und für Equity Capital Markets (ECMs) an, jeweils gefolgt von Morgan Stanley. Bei den Eigenkapitaltransaktionen machen die beiden Amerikaner die ersten beiden Plätze seit Jahren praktisch unter sich aus. Bemerkenswert ist allerdings der Absturz, den die  UBS gerade erlebt. 2006 belegten die Schweizer noch Rang 2 bei ECMs. Seitdem ging es kontinuierlich abwärts bis auf Rang 8 in den Jahren 2011 und 2012. Der zweite große Verlierer der vergangenen Jahre ist die Bank of America (BofA) Merrill Lynch. 2007 noch auf Rang 1, steht sie mittlerweile auf Rang 5, während sich die Citi von Rang 7 (2011) auf Rang 3 (2012) hochgearbeitet hat.

Europäer relativ stark bei Debt Capital Markets

Im M&A-Geschäft findet sich neben amerikanischen Adressen nur die britische Barclays unter den Top 5. Sie krönt 2012 damit einen bemerkenswerten Aufstieg von Rang 10 im Jahr 2006. Auch hier hat die UBS in den vergangenen Jahren Boden verloren. Sie landet dieses Jahr auf Platz 9. Die andere Schweizer Großbank Credit Suisse dagegen hat sich seit 2005 nach vorne gearbeitet und erreichte dieses Jahr den sechsten Platz.

Nur bei den Debt Capital Markets können die Europäer den amerikanischen Platzhirschen Paroli bieten. Die Deutsche Bank hat sich 2012 auf den zweiten Platz gekämpft – Ergebnis eines stetigen Aufstiegs von Rang 8 im Jahr 2003. Die britische Barclays erreichte 2012 Rang 3, nachdem sie im vergangenen Jahr noch internationaler Spitzenreiter bei der Platzierung von Fremdkapital war. Größter Verlierer auch hier: die Credit Suisse. Sie fiel in nur einem Jahr von Platz 6 auf Platz 9. Den langfristig schwächsten Trend aber weist die BofA Merrill Lynch aus: Sie rutschte seit 2008 vom ersten auf den inzwischen fünften Platz ab.
armin.haeberle(*)finance-magazin(.)de