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Portigon: Tiefrote Zahlen und eine Tochter zum Verkauf

Die Düsseldorfer Portigon AG reduziert zwar ihre Bilanzsumme, die Zahlen bleiben jedoch trotz des Verkaufs ihrer Düsseldorfer Immobilien tiefrot.
typhoonski_iStock_Thinkstock_GettyImages

Die mit der Abwicklung der WestLB beauftragte Portigon AG hat auch im Jahr 2014 weiter rote Zahlen geschrieben. Der konzernweite Jahresfehlbetrag fällt mit 221,1 Millionen Euro aber deutlich geringer aus als 2013 – damals wurden 840,4 Millionen Verlust bilanziert. Eine Rolle dabei dürften die außerordentlichen Einnahmen gespielt haben, die Portigon durch den Verkauf seiner Düsseldorfer Büroimmobilien sowie des Schlosses Krickenbeck generiert hate.

Bei der Abwicklung des Portfolios geht es hingegen voran: Der Konzern, bestehend aus der Portigon AG und seiner vollständigen Tochter Portigon Financial Services, reduzierte seine Bilanzsumme insgesamt um 11,6 Milliarden auf 19,3 Milliarden Euro. Vor allem das verwaltete Treuhandvermögen sank von 16,7 Milliarden auf 8,5 Milliarden Euro. Von den anfänglichen 4,1 Milliarden Euro Eigenkapital, das der Bad Bank zur Abwicklung der WestLB zur Verfügung gestellt wurde, hat Portigon bereits die Hälfte verbraucht. Demzufolge sei laut CEO Kai Wilhelm Franzmeyer der kapitalschonende Abbau der Portfolien das oberste Ziel neben dem Rückbau der ehemaligen Landesbank. Portigon Financial Service verwaltet ein Portfolio, das sowohl Aktiva als auch Verbindlichkeiten und Derivate enthält.

Zudem schloss die Portigon AG Filialen in Istanbul, Tokio oder Shanghai und reduzierte so die Mitarbeiterzahl  im Konzern um 627 auf 1.357 Vollzeitbeschäftigte. 2017 will die Bad Bank nur noch 140 Arbeitnehmer beschäftigen. Für den Jahresabschluss hat dies zweierlei Folgen: Zum einen entspannt sich dadurch die Kostenstruktur des Konzerns, gleichzeitig brechen durch das schrumpfende Anlagebuch jedoch auch die Zins- und Provisionserträge ein.

Das kann man schon in den 2014er-Zahlen beobachten: Während sich der Verwaltungsaufwand von fast 600 Millionen Euro auf rund 480 Millionen reduzierte, ging der Zinsüberschuss um 32 Millionen auf 137,9 Millionen Euro zurück. Auch die Provisionserträge brachen um 68,9 Millionen Euro ein und steuerten nur noch 194,9 Millionen Euro zum Ergebnis bei.

Portigon hübscht seine Tochter auf

Die Schrumpfkur soll die Portigon Tochter für potentielle Investoren attraktiver machen. Die EU-Kommission macht Druck: Bis 2016 muss Portigon Financial Services privatisiert werden, ansonsten wird auch sie abgewickelt.

Die Portigon AG sucht seit der Gründung im Februar vergangenen Jahres allerdings vergebens einen Käufer, was Unternehmenskreisen zufolge auch an der schlechten Kostenstruktur gelegen haben dürfte. Drei Monate kam es dann zu einem Vorstandswechsel bei Portigon: Für Dietrich Voigtländer rückte CFO Kai Wilhelm Franzmeyer an die Unternehmensspitze.

Der jetzt vorgelegte Abschluss weckt aber Hoffnungen, dass es nun mit der Privatisierung der Portigon-Tochter vorangehen könnte. Der Konzernfehlbetrag fällt gegenüber dem Fehlbetrag der Portigon AG jedenfalls um 15,5 Millionen Euro geringer aus, was bedeuten dürfte, dass Portigon Financial Service inzwischen Geld verdient.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de

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