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Verliert die Commerzbank durch das Übernahme-Hickhack Firmenkunden? 

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Laut Berichten schauen sich Firmenkunden der Commerzbank offenbar vermehrt nach alternativen Instituten um. Foto: nmann77 - stock.adobe.com
Laut Berichten schauen sich Firmenkunden der Commerzbank offenbar vermehrt nach alternativen Instituten um. Foto: nmann77 - stock.adobe.com

Firmenkunden der Commerzbank schauen sich offenbar vermehrt nach alternativen Bankpartnern um, seit eine mögliche Übernahme durch die Unicredit im Raum steht. Thomas Lange, Vorstandschef der National-Bank in Essen, erklärte gegenüber der „Börsen-Zeitung“, dass sein Institut speziell im Mittelstandsgeschäft ein verstärktes Interesse wahrnehme. Die Nachfrage von Commerzbank-Kunden habe in den vergangenen Monaten deutlich angezogen. Einen akuten Wechselwillen scheint es aber nicht zu geben: Die Kunden fühlten vor und schauten sich eher perspektivisch um, berichtet Lange.  

Ein Sprecher der National-Bank bestätigte die Aussagen von Lange gegenüber FINANCE. Dazu, in welcher Größenordnung sich die Anzahl der Gespräche mit Commerzbank-Kunden bewegt, machte er aber keine Angaben.  

Langes Aussagen decken sich mit dem, was auch andere Banken FINANCE gegenüber berichten. Inwieweit die Initiative dabei allerdings tatsächlich von den Firmenkunden der Commerzbank ausgeht, oder ob einige Banken die Unruhe bei den Gelben ausnutzen, um bei deren Kunden vorzufühlen, wie sie zu einem Wechsel stehen, ist unklar.  

Commerzbank-Firmenkunden loten Alternativen aus 

Fakt ist: Anzeichen für eine größere Wechselbewegung gibt es derzeit (noch) nicht. Allerdings beschäftigen viele Finanzentscheider die möglichen Konsequenzen einer etwaigen Komplettübernahme der Commerzbank durch die Unicredit. Sollte Deutschlands zweitgrößte Geschäftsbank tatsächlich in italienische Hände fallen, würde aus zwei der wichtigsten Firmenkundenbanken in Deutschland eine werden. 

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Finanzentscheider müssen sich mit einer potentiellen Komplettübernahme der Commerzbank durch die Unicredit beschäftigen. Dadurch würden aus zwei der wichtigsten Firmenkundenbanken in Deutschland nur noch eine werden. Wie bewerten CFOs, Finanzleiter und Treasurer diesen Umstand?

Die Commerzbank ist für viele Unternehmen aus dem (gehobenen) Mittelstand und Konzerne eine der wichtigsten Hausbanken. In einer Umfrage von FINANCE zum Thema schätzten zwei Drittel der befragten CFOs und Treasurer eine mögliche Übernahme als negativ oder eher negativ ein. Eine große Sorge ist die Zukunft des Kreditengagements, das sich bei einer Fusion vermutlich reduzieren würde. Außerdem stellt sich die Frage nach nationalen Interessen, wenn ein italienischer Anbieter übernimmt.  

Es ist also durchaus plausibel, dass die Firmenkunden der Commerzbank ihre Optionen ausloten, nachdem eine Übernahme der Gelben durch die italienische Unicredit ein mögliches Szenario geworden ist. Die Commerzbank hat auf eine Anfrage von FINANCE lediglich darauf verwiesen, dass im Jahr 2024 durchgängig etwa 25.500 Firmenkundenverbünde als Kundenzahl ausgewiesen wurden.

Lena Scherer ist Redakteurin bei FINANCE. Sie hat Publizistik, Anglistik und Komparatistik an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz studiert und nebenbei für verschiedene Redaktionen gearbeitet. Bevor sie zu FINANCE kam, war sie mehr als acht Jahre lang beim Branchen-Fachdienst buchreport aktiv, zuletzt als Co-Chefredakteurin. Dort hat sie unter anderem Marktanalysen vorgenommen sowie die Bereiche Fachinformation, Recht/Wirtschaft/Steuern und Digitales betreut.