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Fitch honoriert Unicredit-Expansion mit Rating-Upgrade

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Fitch sieht Verbesserungen bei der Unicredit und stuft das Rating der italienischen Bank nach oben. Foto: Matteo Ceruti - stock.adobe.com
Fitch sieht Verbesserungen bei der Unicredit und stuft das Rating der italienischen Bank nach oben. Foto: Matteo Ceruti - stock.adobe.com

Die Ratingagentur Fitch sieht teils deutliche Verbesserungen bei der Unicredit und hat das Rating der italienischen Großbank angehoben. Konkret wurde das Langfrist-Rating von BBB auf BBB+ gestellt. Zugleich verbesserte Fitch den Ratingausblick von „stabil“ auf „positiv“. Auch das Viability Rating liegt nun bei „bbb+“.  

Fitch begründet die Heraufstufung mit einer starken Position der Unicredit im Vergleich zu ihren italienischen Wettbewerbern. Ihr sei eine Diversifizierung in starke Volkswirtschaften wie Deutschland und Österreich gelungen. Dadurch sei der Druck auf die Unicredit im Falle einer italienischen Staatskrise geringer. In der Tat liegt das Institut mit dem neuen Langfrist-Rating nun eine Stufe über dem Niveau Italiens. 

Fitch lobt Performance und Finanzkraft der Unicredit 

Hervorgehoben wurden auch die mehrjährige Restrukturierung und die Verringerung des Bilanzrisikos. Unicredit könne heute deutlich mehr Verluste verkraften. Auch im Ausblick ist Fitch optimistisch: „Unicredit hat ihre strategischen Ziele in den vergangenen drei Jahren durchweg erreicht, und wir gehen davon aus, dass sie ihre Ziele für 2025–2026 weiterhin gut umsetzen wird, da die Diversifizierung weiter voranschreitet.“ Die Agentur rechnet damit, dass die Rentabilität weiter über dem Durchschnitt großer europäischer Banken liegen wird. 

Der Anteilserwerb der Commerzbank hat dagegen keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Ratings von Unicredit gehabt, betont Fitch. Sollte eine Komplettübernahme tatsächlich wahrscheinlich werden, werde man die Auswirkungen beurteilen.

Unicredit hatte sich im September 9 Prozent an der Commerzbank gesichert und will den Anteil über Finanzinstrumente auf 21 Prozent der Aktien aufstocken – mit der Aussicht auf mehr. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp warnte schon davor, dass sich im Falle einer Übernahme die Ratings der Gelben verschlechtern würden. Sie bevorzugt die Eigenständigkeit der Bank und trifft erste Abwehrmaßnahmen.  

Lena Scherer ist Redakteurin bei FINANCE. Sie hat Publizistik, Anglistik und Komparatistik an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz studiert und nebenbei für verschiedene Redaktionen gearbeitet. Bevor sie zu FINANCE kam, war sie mehr als acht Jahre lang beim Branchen-Fachdienst buchreport aktiv, zuletzt als Co-Chefredakteurin. Dort hat sie unter anderem Marktanalysen vorgenommen sowie die Bereiche Fachinformation, Recht/Wirtschaft/Steuern und Digitales betreut.