KfW-CFO Bernd Loewen soll das IT-Ressort wieder abgeben. Der Bereich bereitet der Förderbank seit Jahren Probleme.

KfW-Bildarchiv/Thorsten Futh

22.01.18
CFO

KfW-CFO Bernd Loewen muss IT-Ressort wieder abgeben

Die KfW bekommt ihre IT-Probleme nicht in den Griff. Nun sucht die Förderbank einen neuen Vorstand für den Bereich, den bisher CFO Bernd Loewen verantwortet hat.

Die Förderbank KfW will wieder ein eigenes Vorstandsressort für die Informationstechnologie (IT) schaffen. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, gebe es bereits eine Shortlist mit Kandidaten. Ein Sprecher der KfW bestätigte die Informationen auf FINANCE-Nachfrage.

Der IT-Bereich wird derzeit von Finanzvorstand Bernd Loewen verantwortet. Dieser betreut das Ressort seit dem Herbst 2014, nachdem die damalige IT-Chefin Edeltraud Leibrock den Bereich hatte abgeben müssen. Seinerzeit hatte das Geldhaus die Konsequenzen aus einem schiefgegangenen IT-Projekt gezogen. Die Kosten der Einführung einer neuen IT-Architektur waren explodiert.

Dass CFO Loewen das Ressort zugesprochen bekommen hatte, ist keinesfalls ungewöhnlich. Oft zählen CFOs den IT-Bereich zu ihrem Aufgabengebiet. Da die Finanzsysteme und die IT eng verdrahtet sind, ist dieser Schritt in vielen Konzernen naheliegend – auch wenn sich nicht alle CFOs mit dem Ressort wohl fühlen

KfW überwies versehentlich 7,6 Milliarden Euro

Drei Jahre später gilt die IT der Förderbank immer noch als veraltet. Das führt mitunter zu haarsträubenden Fehlern: Im Februar des vergangenen Jahres musste die KfW eine heftige IT-Panne eingestehen. Seinerzeit überwies die Bank aus Versehen 7,6 Milliarden Euro zu viel an vier Geschäftsbanken. Kurz zuvor hatte die Finanzaufsicht Bafin die Förderbank noch für den fragilen Zustand der IT-Systeme gerügt.

Der finanzielle Schaden hielt sich in Grenzen. Die KfW konnte den Milliardenbetrag zurückholen und überprüfte die Abläufe und Kontrollen im Zahlungsverkehr. Der Ruf war allerdings abermals ramponiert.

Durch die Panne soll laut „Handelsblatt“ auch die Erkenntnis gereift sein, dass die Förderbank einen eigenen IT-Vorstand braucht. Wer diesen Posten übernimmt, dürfte in den kommenden Wochen publik werden.

jakob.eich[at]finance-magazin.de