Newsletter

Abonnements

Bewerbungen aus dem Ausland nehmen zu

Die auseinander klaffende Lage der Arbeitsmärkte in den verschiedenen Ländern in Europa zeigen schon ihre ersten Auswirkungen. „Die Zahl der Bewerbungen aus dem Ausland nimmt grundsätzlich stark zu“, sagt Frank Schabel, Sprecher der Personalberatung Hays AG aus Mannheim. Das betreffe vor allem Bewerber aus Griechenland, Italien und Spanien.

Die Bewegründe der Kandidaten sind offensichtlich: Die Schuldenkrise treibt die Arbeitslosigkeit in manchen Ländern in Europa auf ein Rekordhoch. In Spanien lag die saisonbereinigte Arbeitslosenquote im Mai bei sage und schreibe 24,6 Prozent, dicht gefolgt von Griechenland mit 21,9 Prozent, teilte Eurostat kürzlich mit. Deutschland ist mit einer Quote von 5,6 Prozent hingegen fast schon eine Insel der Glückseligen und wird lediglich noch laut der EU-Statistikbehörde von Österreich (4,1 Prozent), den Niederlanden (5,1 Prozent) und Luxemburg (5,4 Prozent) übertroffen.

So verwundert es nicht, dass einige Südeuropäer wegen eines neuen Jobs gerade nach Deutschland emigrieren. Das hilft beiden Seiten. Spanier, Griechen und Italiener können eine neue Tätigkeit finden, was den Arbeitsmarkt der jeweiligen Länder entlastet. Den deutschen Unternehmen ermöglicht es dem Fachkräftemangel zu begegnen, der auch schon in der Finanzabteilung langsam zu finden ist. Manch eine Firma sucht händeringend nach einem neuen Treasurer. Allerdings sind Schabel zufolge bislang „in Bezug auf spezifische Rollen im Finance-Bereich keine auffälligen Entwicklungen“ zu sehen.

Die Internationalität der Finanzabteilungen wird sich also erst noch entwickeln müssen. Denn die Finanzabteilungen schwimmen derzeit europaweit noch im eigenen Saft. „Deutsche, französische und britische Unternehmen setzen im Finanzbereich sehr gerne Manager aus dem eigenen Heimatland ein“, sagt Sebastian Huber, Projektmanager bei der Strategieberatung Roland Berger im Frühjahr zu FINANCE. „Wenn es ums Geld geht, vertrauen Firmen der eigenen Mannschaft.“ Die derzeitigen Entwicklungen an den Arbeitsmärkten in Europa können dazu beitragen, die Finanzabteilungen heterogener zu gestalten.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de

sabine.paulus@finance-magazin.de | + posts

Sabine Paulus ist seit 2008 Redakteurin beim Fachmagazin FINANCE und der Online-Publikation DerTreasurer. Ihre Themenschwerpunkte sind Personal, Organisation, Karriere und Finanzierung. Sie ist M.A. und hat an der Universität Konstanz unter anderem das Hauptfach Deutsche Literatur studiert.