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CFO Kristian Kassebohm will offenbar HSE verlassen

HSE-CFO Kristian Kassebohm könnte sich einem Medienbericht zufolge bald beruflich neu orientieren.
HEAG Südhessischen Energie (HSE)

Beim Darmstädter Versorger HEAG Südhessischen Energie (HSE) scheinen sich die Personalquerelen im Vorstand fortzusetzen. Wie das Darmstädter-Echo unter Berufung auf gut unterrichtete Kreise berichtet, wird CFO Kristian Kassebohm HSE bald verlassen. Es liege derzeit zwar noch kein Auflösungsvertrag vor, es werde aber eine einvernehmliche Trennung angestrebt, die bis zur Aufsichtsratssitzung am 5. Dezember vollzogen werden soll, berichtet die Zeitung. Persönliche Gründe sollen der Anstoß für eine Neuorientierung Kassebohms sein. Der HSE-Pressesprecher wollte diese Personalie auf Anfrage von FINANCE nicht kommentieren.

Sollte sich das Ausscheiden von Kassebohm bestätigen, würde der derzeitige HSE-CFO das Unternehmen nach relativ kurzer Zeit wieder verlassen. Der 48-Jährige hatte den CFO-Posten bei dem Versorger erst im April 2013 übernommen. Wenige Wochen danach war Marie-Luise Wolff-Hertwig vom HSE-Wettbewerber Mainova als CEO zu HSE gewechselt. Beide Personalien hatten sich schon Ende 2012 angekündigt.

Kassebohm und Wolff-Hertwig lösten Michael Böddeker und Karl-Heinz Koch ab, die im Juni 2012 für ein Jahr als Interimsvorstände bestellt worden waren, nachdem die bisherigen HSE-Vorstände Holger Mayer (CFO) und Christine Scheel „aufgrund von Differenzen zwischen dem Vorstand und dem Hauptaktionär“, wie es damals hieß, das Vertrauen der Stadt Darmstadt als Hauptaktionär verloren hatten und Ende Mai 2012 gehen mussten.

HSE will durch viele Einzelmaßnahmen Ergebnis deutlich verbessern

Ein neuer CFO würde bei HSE kein leichtes Umfeld vorfinden: Der Versorger kämpft mit den Folgen der Energiewende in Deutschland und hat sich ein Sparprogramm verordnet, in dessen Zuge vor allem die Personalkosten deutlich reduziert werden sollen. Zudem will HSE neue Wachstumspotentiale erschließen. Mit der rund 300 Einzelmaßnahmen umfassenden Vorwärtsstrategie will der Versorger eigenen Angaben zufolge bis 2017 sein Ergebnis um mehr als 90 Millionen Euro verbessern. Durch im ersten Quartal 2014 umgesetzte Maßnahmen konnte das operative Ergebnis des HSE-Konzerns im laufenden Geschäftsjahr bereits um rund 11 Millionen Euro angehoben werden.

Das HSE-Ergebnis war im vergangenen Jahr nur noch knapp im positiven Bereich: 2013 hatte der Versorger unter anderem sein Gaskraftwerk außerplanmäßig in Höhe von 26,5 Millionen Euro abschreiben müssen, was „neben anderen Sonderfaktoren zu einem ungewöhnlich niedrigen Konzernjahresüberschuss von nur 1,76 Millionen Euro führte“, wie HSE im Sommer bei der Veröffentlichung der 2013er Geschäftszahlen mitteilte. Deshalb wurde für das vergangene Jahr auch keine Dividende ausgeschüttet wurde. Der Umsatz blieb 2013 mit 1,9 Milliarden Euro im Vergleich zu 2012 relativ stabil als HSE knapp 2,0 Milliarden Euro umsetzte.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de

Info

Kristian Kassebohm ist Rechtsanwalt und war von 2004 bis 2013 bei den Stadtwerken Frankfurt am Main Prokurist und Bereichsleiter Unternehmensentwicklung der Mainova sowie Geschäftsführer von Gesellschaften des Beteiligungscontrollings und des Energiehandels. Davor war er seit 2001 bei der PwC Deutsche Revision beratend für Unternehmen der Energiewirtschaft tätig. Seine berufliche Karriere begann er 1994 als Assistent des Finanzvorstands im heutigen Vattenfall Europe-Konzern, wo er anschließend verschiedene Führungspositionen inne hatte.

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Sabine Paulus ist seit 2008 Redakteurin beim Fachmagazin FINANCE und der Online-Publikation DerTreasurer. Ihre Themenschwerpunkte sind Personal, Organisation, Karriere und Finanzierung. Sie ist M.A. und hat an der Universität Konstanz unter anderem das Hauptfach Deutsche Literatur studiert.

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