CFO Melanie Freytag verlässt Meyer Werft nach wenigen Monaten

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Melanie Freytag legt ihr CFO-Amt bei dem Schiffsbauer Meyer Werft nach sechs Monaten nieder. Foto: mmuenzl – stock.adobe.com
Melanie Freytag legt ihr CFO-Amt bei dem Schiffsbauer Meyer Werft nach sechs Monaten nieder. Foto: mmuenzl – stock.adobe.com

Unerwarteter CFO-Abgang bei der Meyer Werft: Melanie Freytag verlässt den Schiffbauer mit Wirkung zum 30. April. Dem Unternehmen zufolge hat die CFO den Aufsichtsrat nach kurzer Amtszeit selbst darum gebeten, ihr Amt „aus strukturellen Gründen“ niederlegen zu dürfen. Welche Gründe das konkret sind, nennt der Schiffbauer in seiner auffällig kurzen Mitteilung nicht.

Melanie Freytag war seit November CFO bei Meyer Werft

Der Aufsichtsrat bedauere dies, respektiere aber Freytags Entscheidung. „Der Aufsichtsrat bedankt sich für ihr außergewöhnliches Engagement und ihre wertvollen Beiträge für das Unternehmen“, heißt es weiter. Angaben zur Nachbesetzung der Stelle macht das Unternehmen nicht. Wohin es Melanie Freytag zieht, ist nicht bekannt.

Freytag verantwortet erst seit dem 1. November 2025 die Finanzen des Unternehmens und wird die Meyer Werft somit bereits nach sechs Monaten Amtszeit verlassen. Sie folgte auf Ralf Schmitz, der sich fortan auf das CRO-Amt konzentrierte. Die Personalie war nicht der einzige Umbau im Vorstand: Zum Jahresbeginn 2026 rückte das Eigengewächs Jörg Heidelberg als COO in die Geschäftsführung auf. Zum 1. Juli soll zudem André Walter die Nachfolge von CEO Bernd Eikens antreten, der sein Amt dem Unternehmen zufolge planmäßig niederlegt.

CFO Melanie Freytag sollte Sanierung fortführen

Mit dem Abgang von Freytag verlässt die Werft ein zentrales Mitglied der Führungsebene – mitten in der laufenden Sanierung. Dabei war der Aufbau der Geschäftsführung mit Freytag und Heidelberg ausdrücklich dazu gedacht, „den eingeschlagenen Sanierungskurs auch in den kommenden Jahren konsequent fortzuführen und das Unternehmen zukunftssicher aufzustellen“, wie es in einer Meldung aus dem Oktober über ihre Bestellung hieß.

Die finanzielle Schieflage von Meyer Werft reicht zurück in die Corona-Pandemie: Wegen mangelnder Nachfrage nach neuen Schiffen häuften sich die Verluste. Im September 2024 sicherten Bund und das Land Niedersachsen der Werft eine Finanzspritze von 400 Millionen Euro zu und übernahmen gleichzeitig rund 80 Prozent der Anteile. „Zukunft der Meyer Werft gesichert“, lautete die Bekanntmachung des Unternehmens damals.

Wie geht es Meyer Werft finanziell?

Doch wie gesichert diese Zukunft tatsächlich ist, stellt ein Bericht der „Bild“-Zeitung in Frage. Ein von dem Medienhaus als vertraulich eingestuftes Dokument deute demnach auf eine weiterhin angespannte wirtschaftliche Situation bei der Werft hin. Meyer Werft weist diesen „in hohem Maße irreführenden Bericht“ in einem Statement zurück.

Die Restrukturierung laufe planmäßig, betont das Unternehmen – und beruft sich dabei auf das Urteil ihres Wirtschaftsprüfers: „Das Sanierungskonzept basiert auf einer integrierten Unternehmensplanung, aus der sich der Finanzierungsbedarf zur Durchfinanzierung im Planungszeitraum bis 2028 ergibt.“