Nach dem Abgang von CFO Stefan Ingildsen braucht das Medizintechnikunternehmen Otto Bock einen neuen Finanzchef. Bei der Suche darf auch der Finanzinvestor EQT mitreden.

Otto Bock

21.11.17
CFO

CFO Stefan Ingildsen verlässt Otto Bock

Der Prothesenhersteller Otto Bock muss einen Nachfolger für Finanzchef Stefan Ingildsen suchen. Bei der Auswahl hat auch der Finanzinvestor EQT ein Mitspracherecht.

Nach knapp zwei Jahren gibt Stefan Ingildsen den CFO-Posten bei dem Medizintechnikunternehmen Otto Bock im niedersächsischen Duderstadt wieder ab. Der 48-Jährige, der im Februar 2016 als Finanzvorstand an Bord gekommen war, geht dem Unternehmen zufolge aus familiären Gründen. Demnach kehrt der aus Dänemark stammende Ingildsen zu seiner Familie nach Kopenhagen zurück, wo er offenbar schon eine neue Stelle gefunden hat. 

Management bei Otto Bock formiert sich neu

Bei der Suche nach einem neuen CFO hat auch der Finanzinvestor EQT ein Mitspracherecht. Der Finanzinvestor war im August mit 20 Prozent bei Otto Bock eingestiegen. Die übrigen 80 Prozent der Anteile an dem Medizintechnikunternehmen liegen bei der Otto Bock Holding, die der Inhaberfamilie um Hans Georg Näder, dem Enkel des Firmengründers, gehört. Holding und Finanzinvestor wollen die Position „in enger Abstimmung“ neu besetzen.

Bei Otto Bock formiert sich derzeit das gesamte Managementteam neu. Näder ist derzeit Vorsitzender der Geschäftsführung sowohl der Otto Bock Holding als auch der operativen Otto Bock Healthcare. Nach der Umwandlung von Otto Bock Healthcare in eine SE will er den Vorsitz des Verwaltungsrats übernehmen.

Langjähriger CFO Harry Wertz interimistischer Finanzchef

Die Otto Bock Healthcare erhält 2018 einen neuen CEO: Oliver Scheel, zuletzt Partner und Geschäftsführer bei A.T. Kearney, soll zum 15. Januar 2018 beginnen. Der langjährige Otto-Bock-CFO Harry Wertz soll künftig in der Holding tätig sein. Wertz übernimmt nach Ingildsens Rückzug bis auf weiteres noch kommissarisch die Aufgaben des Finanzvorstands.

Otto Bock hat 2016 einen Umsatz von 884,5 Millionen Euro erzielt. Im Rahmen des Investorenprozesses im Sommer dieses Jahres bewertete EQT das Unternehmen mit insgesamt 3,15 Milliarden Euro.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de