Jetzt ist es offiziell: Die Deutsche Bahn und Karin Dohm haben sich „in gemeinsamen Gesprächen“ auf eine einvernehmliche Beendigung ihrer Zusammenarbeit verständigt. Das teilte der Staatskonzern in einer Pressemitteilung am gestrigen Donnerstagabend mit.
Dohm hatte das Amt der Finanzvorständin beim größten deutschen Schienenkonzern erst seit Dezember 2025 inne. Bereits Ende Februar kamen Gerüchte auf, dass ihre Amtszeit bei der Bahn bald enden könnte, weil es interne Verwerfungen gegeben haben soll.
Unterschiedliche Vorstellungen über zentrale Fragen
Die Deutsche Bahn betont in der gestern publizierten Unternehmensmitteilung, dass die Entscheidung zur Trennung „ausdrücklich nicht auf den öffentlich diskutierten Vorwürfen und Mutmaßungen“ gegen Dohm beruhe. Der Aufsichtsrat habe sich mit diesen Vorwürfen eingehend befasst und sehe darin keinen Anlass für einen Vertrauensentzug. „Zweifel an der fachlichen Qualifikation, der Integrität oder der ordnungsgemäßen Amtsführung“ der Managerin bestünden nicht, so das Unternehmen.
„Zweifel an der fachlichen Qualifikation, der Integrität oder der ordnungsgemäßen Amtsführung von Frau Dohm bestehen nicht.“
Statement der Deutschen Bahn
Als Grund für das Ende der Zusammenarbeit nannte die Deutsche Bahn inhaltliche Differenzen. Die ersten Monate waren „von einer Phase vertiefter Abstimmungen über die Ausgestaltung von Entscheidungsprozessen, Zuständigkeiten und Steuerungsmechanismen geprägt“. Dabei hätten sich unterschiedliche Vorstellungen über die künftige Ausgestaltung der Funktion sowie über zentrale Fragen der Unternehmensentwicklung gezeigt.
Aufsichtsrat und Vorstand sprachen Dohm ihren ausdrücklichen Dank für ihre Tätigkeit und ihren Beitrag in einer „anspruchsvollen Phase des Unternehmens“ aus. Die Deutsche Bahn wünsche ihr für die berufliche und persönliche Zukunft weiterhin viel Erfolg. Über eine mögliche Nachfolgeregelung für den Vorstandsposten äußerte sich die Deutsche Bahn in ihrer Mitteilung nicht.
Olivia Harder ist Redakteurin bei FINANCE sowie Chefin vom Dienst bei FINANCE-Online und verfolgt schwerpunktmäßig die aktuellen Entwicklungen im Private-Equity- und M&A-Geschäft. Sie hat Philosophie, Politikwissenschaften, Soziologie und Geographie an der Justus-Liebig-Universität in Gießen studiert, wo sie auch einen Lehrauftrag innehatte. Vor FINANCE arbeitete Olivia Harder in den Redaktionen mehrerer Wochen- und Tageszeitungen, unter anderem beim Gießener Anzeiger.
