Jean-Michel Richard tritt als CFO von Dialog Semiconductor zurück. Es gibt noch keinen Ersatz für den Finanzchef in Aussicht.

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30.07.15
CFO

Dialog Semiconductor verliert CFO Jean-Michel Richard

Jean-Michel Richard tritt als CFO von Dialog Semiconductor zurück. Der schwäbische Apple-Zulieferer hat noch keinen Ersatz für den Finanzchef in Aussicht.

Dialog Semiconductor verliert seinen CFO. Jean-Michel Richard hat angekündigt, den schwäbischen Chiphersteller und Apple-Zulieferer zum Anfang des vierten Quartals verlassen zu wollen. Er wolle sich künftig seiner Familie und anderen Interessen widmen, so Richard.

Jean-Michel Richard hat Dialogs rasantes Wachstum begleitet

Dialog Semiconductor stellt Halbleiter für Smartphones, Tablets und Notebooks her. Der 1981 gegründete Hersteller ist in den letzten Jahren kräftig gewachsen. So auch im zweiten Quartal 2015: Der Umsatz ist verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 44 Prozent auf 316 Millionen US-Dollar, umgerechnet 288 Millionen Euro, angestiegen. Im dritten Quartal peilt CEO Jalal Bagherli eine Umsatzspanne von 325 bis 355 Millionen US-Dollar an.

Richard wurde 2006 nach Stationen bei den Wettbewerbern Motorola Semiconductor und ON Semiconductor zum CFO von Dialog. Als er anfing, lag der Quartals-Umsatz mit 18,1 Millionen Euro noch bei einem Bruchteil. Laut CEO Bagherli habe er einen großen Beitrag zu Dialogs starkem und profitablem Wachstum geleistet und könne auf die geschaffenen Strukturen und die finanzielle Verfassung des Unternehmens stolz sein.

Investoren strafen Richards Rücktritt ab

Den Investoren gefällt die Nachricht von Richards Rücktritt nicht: Mit der Bekanntmachung am Mittwoch Vormittag fiel das Papier zunächst um 7 Prozent auf 43 Euro. Der Kursrutsch lässt sich aber auch damit erklären, dass die am Morgen vorgelegten Geschäftszahlen die Markterwartungen nicht ganz erfüllten.

1999 ging Dialog Semiconductor an die Börse und wurde im September 2009 in den TecDax aufgenommen. Im September 2009 stand die Aktie bei 4, im Folgejahr bei 10 Euro, bis sie Anfang 2014 einen rapiden Anstieg erlebte. Ende des Jahres lag sie bei 29 Euro.

Richard begründet seinen Abgang damit, mehr Zeit mit seiner Familie verbringen und sich anderen Interessen zuwenden zu wollen. Möglicherweise taucht der Finanzprofi aber irgendwann auch im Private-Equity-Kontext wieder auf: In seinem Profil bei Linkedin nennt Richard Leveraged Buy-outs, kurz LBOs, als eine seiner Spezialitäten.

nadine.funk[at]frankfurt-bm.com