Jörg Beißel (links) wechselt zu Lufthansa, Frank Bauer (rechts) wird neuer CFO bei Eurowings.

Eurowings/Montage FINANCE

28.06.18
CFO

Eurowings findet neuen CFO bei Lufthansa

Eurowings bekommt einen neuen CFO: Frank Bauer kommt von der Konzernmutter Lufthansa und soll den Ausbau des Billigfliegers voranbringen. Sein Vorgänger Jörg Beißel kehrt hingegen wieder zur Mutter zurück.

Eurowings verpflichtet einen neuen CFO: Frank Bauer wird zum 1. September neuer Finanzchef bei der Lufthansa-Tochter, wie das Unternehmen in einer Mitteilung bekannt gab. Der 37-jährige Wirtschaftsingenieur übernimmt die Verantwortung für die Bereiche Finance, Controlling, IT, HR & Legal Affairs sowie Corporate Functions.

Aktuell arbeitet Bauer bei der Mutter Lufthansa, wo er seit 2016 den Bereich Corporate Internal Audit leitet. Zuvor war er Director Cabin Purchasing bei der Lufthansa Technik. Der Wirtschaftsingenieur startete seine Karriere 2007 als Trainee bei der Lufthansa Cargo. 2010 wechselte er als Director Global Sales Steering and Marketing zu der chinesischen Frachtfluggesellschaft Jade Cargo. Zwei Jahre später kehrte Bauer zur Deutschen Lufthansa zurück und wurde Referent im Rahmen des Effizienzprogramms „Score“, das damals noch die ehemalige Finanzchefin Simone Menne begleitete.

Vorgänger-CFO Jörg Beißel kehrt zu Lufthansa zurück

Bauer folgt als CFO auf Jörg Beißel, der seit November 2015 Finanzchef bei Eurowings ist. Der promovierte Betriebswirt war ebenfalls zuvor bei der Lufthansa tätig, unter anderem im Konzern-Controlling. Vor seiner Ernennung zum CFO der Eurowings war Beißel Vice President des Programms „Score“.

Jetzt kehrt Beißel wieder zu seinen Wurzeln zurück: Er wird als Executive Vice President das Konzern-Controlling bei der Lufthansa steuern und konzernweit für Effizienzsteigerungen und Performance-Management verantwortlich sein.

Lufthansa will Eurowings stark ausbauen

Auf den neuen Finanzchef Bauer kommen einige Aufgaben zu, denn die Mutter will ihre Billigfluggesellschaft Eurowings stark ausbauen und weitere Langstreckenverbindungen aufnehmen. Erst vor zwei Wochen stieg die Lufthansa mit in die Verhandlungen um die norwegische Billig-Airline Norwegian ein. Trotz der hohen Verbindlichkeiten könnte Norwegian strategisch interessant sein, weil die Airline besonders im Langstreckensegment stark aufgestellt ist.

Nicht so einfach gestaltet sich bisher die Integration von Brussels Airlines in Eurowings. Die beiden Lufthansa-Töchter arbeiten auf der Langstrecke zwar schon zusammen, doch Lufthansa-Chef Carsten Spohr beschwerte sich immer wieder über mangelnde Kooperation bei der Integration. Anfang des Jahres baute Lufthansa die Spitze von Brussels um und tauschte CEO und CFO aus.

Vor wenigen Tagen erst machte Spohr unmissverständlich deutlich, dass alle Töchter in Zukunft liefern müssen. Der interne Wettbewerb ist so stark wie nie zuvor. Früher schleppte die Lufthansa schwächere Töchter auch einmal länger durch. Die Bereitschaft dazu scheint nun geringer zu werden.

raphael.warnke[at]finance-magazin.de