Thomas Kamphausen übernimmt das CFO-Amt von Norbert Boger bei dem Pressenhersteller Schuler.

Schuler

26.08.19
CFO

In schwieriger Lage: Schuler wechselt CFO

In einer schwierigen Lage übernimmt Thomas Kamphausen von Norbert Broger die CFO-Position bei dem Pressenhersteller Schuler. Der erfahrene Finanzchef kommt, während 500 andere gehen.

Der Pressenhersteller Schuler bekommt einen neuen CFO: Thomas Kamphausen wird das Amt von Norbert Broger zum 1. November übernehmen. Um ihn einzuarbeiten, hat Schuler den 56-Jährigen allerdings schon zum 1. September als Vorstandsmitglied bestellt.

Der neue CFO studierte Wirtschaftswissenschaften an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Später übernahm der Diplom-Ökonom die Geschäftsführung des französischen Haushaltsmaschinenherstellers Groupe Brandt SAS. Mehr als 20 Jahre seiner Karriere verbrachte Kamphausen schließlich bei dem Logistiker SSI Schäfer, der weltweit rund 10.500 Menschen beschäftigt und zu den Vorreitern der Digitalisierung in der Logistikbranche gezählt wird. Dort war Kamphausen ebenfalls Finanzchef.

Der bisherige Schuler-CFO Norbert Broger hatte im Frühjahr erklärt, seinen bis 2020 laufenden Vertrag bei Schuler nicht verlängern zu wollen. In Einvernehmen mit Vorstandschef Domenico Iacovelli sowie dem Aufsichtsrat scheidet er im Herbst aus dem schwäbischen Unternehmen aus, das seit 2013 mehrheitlich zur österreichischen Andritz Gruppe gehört. Im gleichen Jahr wurde Broger Finanzvorstand.

Automotive-Krise: Schuler-Gewinn bricht ein

Schuler mit Sitz im baden-württembergischen Göppingen ist der weltgrößte Hersteller von Pressen und bekommt die Investitionszurückhaltung der Automobilkonzerne derzeit stark zu spüren. Mit den Pressen können unter anderem Autoteile sowie Spülbecken hergestellt werden. Insgesamt ist der Konzern in 40 Ländern präsent. Im vergangenen Jahr ging der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 141 auf 71 Millionen Euro zurück. Der Umsatz belief sich auf 1,2 Milliarden Euro,ein Minus von knapp 2 Prozent.

Der vor kurzem angekündigte massive Stellenabbau bedeutet einen tiefen Einschnitt für den Pressenhersteller: Rund 500 Stellen will der österreichische Anlagenbauer Andritz bei seiner Tochter streichen, davon die Hälfte am Stammsitz Göppingen. Das ist fast ein Zehntel der Gesamtbelegschaft von 6.600 Mitarbeitern, in Göppingen steht sogar ein Fünftel der Stellen zur Disposition. Der Jobabbau wird etwa 85 Millionen Euro verschlingen.

sina.osterholt[at]finance-magazin.de