Sesselwechsel bei der ING Deutschland: Seit Ende August 2023 ist der CFO-Posten beim deutschen Arm der Oranjebank vakant. Nun kann die ING eine neue Finanzchefin präsentieren. Mit Wirkung zum 1. April dieses Jahres wird Nurten Erdogan die Finanzgeschicke des Geldhauses hierzulande verantworten, wie die Bank am heutigen Donnerstag mitteilte. Damit übernimmt sie die Aufgabe von CEO Nick Jue, der seit Sommer das Amt interimistisch innehat.
Jue hatte das CFO-Vorstandsmandat von Norman Tambach übernommen, der die ING Deutschland Ende August vergangenen Jahres verlassen hatte, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu widmen. Seit September 2023 ist Tambach als Group CFO der arabischen Bank Mashreq mit Sitz in Dubai aktiv.
Nurten Erdogan ist aktuell Deputy-CFO der ING
Die designierte Finanzvorständin ist seit dem 1. Juli für die ING tätig und agiert seit ihrem Einstieg als Generalbevollmächtigte. Mit dem Weggang Tambachs hat sie zudem seit September 2023 die operative Leitung der CFO-Einheiten inne.
„Bereits in ihrer bisherigen Rolle hat sie uns sowohl fachlich als auch menschlich mit ihrer positiven, engagierten Art bereichert, und wir freuen uns auf die weitere gute Zusammenarbeit. Wir sind sicher, dass wir mit ihr die richtige Person an Bord haben, um unsere Wachstumsambitionen nachhaltig und kosteneffizient voranzutreiben“, sagt ING-Chef Jue zur Neubestellung Erdogans.
Erdogan startete Karriere bei der Deutschen Bank
Die 53-jährige Bankerin kennt sich in der Bankenwelt bestens aus und war bereits vor ihrer Zeit bei der ING Deutschland bei namhaften Häusern tätig. Ihre Karriere startete sie 1998 als Trainee bei der Deutschen Bank in Frankfurt, bevor sie rund eineinhalb Jahre bei der Dresdner Bank in Shanghai tätig war. Nach einer sechsjährigen Station bei dem Big-Four-Haus PwC kehrte Erdogan 2006 zur Deutschen Bank zurück und übernahm Führungspositionen in den Bereichen Strategic Finance und Group Strategy.
2015 wechselte Nurten Erdogan zum Deutsche-Bank-Konkurrenten Commerzbank, wo sie zunächst als Managing Director und Head of Corporate M&A agierte. Ihrem Linkedin-Profil zufolge hatte sie ab 2017 die Position als Finance Director Equity Markets & Commodities inne.
Ihre letzte Station, bevor die Managerin zur ING wechselte, war ab 2019 die Société Générale in Deutschland. Dort war Erdogan zunächst als CFO für die deutsche Niederlassung aktiv. Von 2021 an war sie zusätzlich Chief Operating Officer (COO) der Société Générale.
ING mit Gewinnsprung
Zum Start in ihr Vorstandsamt kann sich die designierte Finanzchefin über kräftigen Rückenwind freuen. Pünktlich zur Bekanntgabe der Personalie, die noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Aufsichtsbehörden steht, präsentierte Erdogan am heutigen Donnerstag als Deputy-CFO gute Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr der ING Deutschland.
So konnte die ING Deutschland 2023 ihren Vorsteuergewinn von rund 1 Milliarde Euro im Vorjahr auf knapp 2,5 Milliarden Euro mehr als verdoppeln. Dabei profitiert die Bank vor allem von der Zinswende. Darüber hinaus sank die Cost-Income-Ratio (CIR) um 10,6 Prozent auf 36,6 Prozent – ein Wert, von dem das Gros der heimischen Geldhäuser bislang lediglich träumen kann. Die Eigenkapitalrendite für 2023 belief sich auf 18,9 Prozent (2022: 7,8 Prozent).
Jasmin Rehne ist Redakteurin bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die Themen Controlling, Gehalt und Personal. Sie hat in Marburg Sprache und Kommunikation studiert. Neben ihrem Studium arbeitete Jasmin Rehne bereits als studentische Hilfskraft bei FINANCE.
