Die Deutsche Bahn soll ihren seit Monaten vakanten CFO-Posten mit einem Manager aus dem Volkswagen-Konzern besetzen. Michael Obrowski soll neuer Finanzchef des Staatsunternehmens werden, berichten „Handelsblatt“ und der „Spiegel“ übereinstimmend. Der Aufsichtsrat des Staatskonzerns soll demnach in seiner Sitzung am Donnerstag über die Personalie abstimmen. Die Deutsche Bahn wollte eine Anfrage von FINANCE nicht kommentieren.
Obrowski kommt von Volkswagen Nutzfahrzeuge, wo er seit fünf Jahren als Vorstand die Bereiche Finanzen und IT verantwortet. Mit seinem Wechsel zur Bahn übernimmt er eine Schlüsselposition in einem Konzern, der weiterhin vor großen finanziellen Herausforderungen steht.
Michael Obrowski war über 30 Jahre im VW-Konzern
Der designierte neue Bahn-Finanzchef begann seine Karriere 1995 bei Volkswagen. Im Laufe der vergangenen drei Jahrzehnte bekleidete er zahlreiche Führungspositionen im Finanz- und Controllingbereich. Vor seiner aktuellen Aufgabe bei Volkswagen Nutzfahrzeuge leitete er fünf Jahre lang das Konzerncontrolling der Volkswagen AG.
Zudem war Obrowski in verschiedenen internationalen Funktionen tätig, unter anderem als Finanzchef und Controller in Mexiko, Großbritannien und Italien. Mit dieser Erfahrung bringt er umfassende Expertise im Finanzmanagement großer Konzerne zur Deutschen Bahn.
Karin Dohm verließ die DB nach nicht mal vier Monaten
Mit der Berufung Obrowskis regelt die Deutsche Bahn die Nachfolge von Karin Dohm. Die ehemalige Hornbach-Managerin war erst Ende Oktober als neue Finanzvorständin vorgestellt worden und trat ihr Amt im Dezember 2025 an. Ende Februar dieses Jahres gab es jedoch Spekulationen über ihre Zukunft. Ende März teilte die Bahn schließlich mit, sich nach knapp vier Monaten von Dohm zu trennen.
Medienberichten zufolge kam es bereits zwei Wochen nach ihrem Amtsantritt zu internen Spannungen. So soll Dohm sowohl Mitarbeiter als auch Politiker gegen sich aufgebracht haben. Zuletzt soll es Konflikte mit dem Betriebsrat gegeben haben, nachdem sie im Dezember eine Gesellschafterweisung unterzeichnet hatte, die die Aufspaltung der Bahn-Tochter DB Services vorsieht. Die Arbeitnehmervertreter sollen darüber im Vorfeld nicht informiert worden sein.