Geschäftsführung MT-Energie

MT-Energie

17.09.13
CFO

Krise bei MT-Energie: Neuer CEO und CFO benannt

Der Zevener Biogasspezialist MT-Energie hat derzeit an allen Fronten zu kämpfen. Die Nachfrage ist eingebrochen,die Geschäftsführung wird mit Markus Niedermayer, Sören Schleider und Karsten Wünsche gänzlich neu besetzt. Die nächste Mittelstandsanleihe wackelt.

MT Energie befindet sich in der akuten Krise: Der Konzernumsatz stürzte im ersten Halbjahr 2013 nach vorläufigen Zahlen auf 16,8 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 42,5 Millionen Euro) ab. Aufgrund der operativen Aufwendungen resultiert ein negatives EBIT von minus 16,1 Millionen Euro (Vorjahreswert: minus 11,6 Millionen Euro). Das Konzernergebnis nach Steuern wird bislang auf minus 19,8 Millionen Euro veranschlagt. Besonders zu Buche geschlagen haben Sonderaufwendungen wie Risiko- und Restrukturierungsrückstellung sowie Wertberichtigungen in Höhe von 8,8 Millionen Euro im ersten HJ 2013. Händeringend sucht MT-Energie das Wachstum im Ausland: Bislang konnte die wachsende ausländische Nachfrage den drastischen Rückgang im Inland nicht kompensieren.

Im Zuge der Restrukturierung wird die bisherige Geschäftsführung von MT-Energie komplett ausgetauscht. CEO wird der 50-jährige Markus Niedermayer, ehemaliger MHG-CEO innerhalb des MAN-Konzerns. Das Vorstandsmitglied des Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) ersetzt damit den MT-Energie-Gründer und bisherigen CEO Christoph Martens.  Das Amt des CFO übernimmt Sören Schleider. Zuvor hatte H. Dieter Seidel die Funktion des Finanzvorstands interimistisch übernommen. Schleider war zuvor kaufmännischer Leiter bei der Bosch-Tochter Voltwerk electronics. Dr. Karsten Wünsche vervollständigt als COO die Geschäftsführung, die ab dem 1. Oktober 2013 ihre Arbeit aufnehmen wird.

Der Unternehmensgründer Christoph Martens ist weiterhin für die technische Weiterentwicklung der Produkte zuständig, während sich Mitgesellschafter und ehemaliger CFO Tobias Brunckhorst auf den internationalen Vertrieb konzentriert.

MT Energie-Mittelstandsanleihe: Covenant-Bruch möglich

Auch wenn das Projektgeschäft beim Bau von Biogasanlagen stark von der Saison abhängt und MT-Energie die meisten Umsätze in der Regel im zweiten Halbjahr erzielt, schließt das Unternehmen im Zusammenhang mit der Anfang April 2012 platzierten, fünfjährigen Mittelstandsanleihe einen Covenant-Bruch nicht aus. „Kurzfristig“ könnte also die im Anleihenprospekt garantierte Eigenkapitalquote unter 20 Prozent sinken. Die nächste Zinszahlung steht zwar erst am 04.04.2014 an. Doch gibt der Covenantbruch Anlegern das Recht zur Sonderkündigung. Im schlimmsten Fall müsste MT Energie dann 13,6 Millionen Euro zurückzahlen.

MT Energie muss seine Passivseite neu strukturieren. Die Nettoschulden lagen Ende 2012 bei rund 31 Millionen Euro. Dem Stand ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von rund minus 493 000 Euro gegenüber. Allerdings lag 2012 der Umsatz noch bei über 210 Millionen Euro.
Die Umsatzerwartungen für 2013 wurden allerdings für 2013 auf rund 126 Millionen Euro nach unten korrigiert. Mit einem harten  Kündigungs- und Sparprogramm im In- und Ausland will MT Energie nun die Kosten senken. Im März 2013 waren bereits 70 Mitarbeiter entlassen worden. Bis Ende des Jahres sollen weitere 80 Entlassungen für deutliche Einsparungen sorgen. Bis Ende 2013 peilt MT-Energie eine Mitarbeiterzahl von rund 500 an, ein Rückgang von rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Ende 2012 wurden 652 Mitarbeiter beschäftigt). Die Mittelstandsanleihe reagierte mit einem dramatischen Kursrutsch und stürzte von 85 auf 67 Prozent.

christiane.durner[at]finance-magazin.de