Lanxess-CEO Matthias Zachert übernimmt das Ressort Investor Relations von CFO Bernhard Düttmann.

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03.04.14
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Lanxess-CFO Düttmann muss Investor Relations an CEO abgeben

Lanxess-CEO Matthias Zachert macht seinem Ruf als Macher alle Ehre und übernimmt gleich zu Beginn seiner Amtszeit zwei Ressorts von CFO Bernhard Düttmann. Insbesondere die Zuständigkeit für den Bereich Investor Relations wollte sich der Kapitalmarktliebling offenbar nicht entgehen lassen.

Kaum zwei Tage im Amt, ordnet der neue Lanxess-CEO Matthias Zachert die Leitungsfunktionen neu. Ab sofort verantwortet der 46-Jährige zusätzlich die Ressorts Investor Relations und Law & Intellectual Property, wie der Chemiekonzern mitteilte. Bis dato fielen die Ressorts in den Verantwortungsbereich von CFO Bernhard Düttmann, der seit April 2011 Finanzchef bei Lanxess ist. Düttmann hatte interimistisch auch die Leitung des Konzerns übernommen, nachdem CEO Axel Heitmann Lanxess im Januar überraschend verlassen hatte.

Insbesondere die Zuständigkeit für den Bereich Investor Relations dürfte dem langjährigen CFO Zachert am Herzen gelegen haben: Der frischgebackene Lanxess-CEO gilt schon seit längerem als Liebling des Kapitalmarkts, weil er klar, offen und verbindlich kommuniziert. Wie sehr die Börsen ihn schätzen, zeigte sich bei der Bekanntgabe seines Wechsels von Merck zu Lanxess: Der Börsenkurs von Lanxess schnellte um 8 Prozent nach oben – Merck dagegen büßte 10 Prozent ein. Zum Amtsantritt von Zachert wurden nun auch andere Leitungsfunktionen neu besetzt, darunter die Spitzen von zwei Geschäftsbereichen, Group Functions und Landesorganisationen.

Zachert will Lanxess wieder nach vorne bringen

Den Ruf als Macher, der sich nicht davor scheut, ein Unternehmen umzukrempeln – auch mit dem Risiko, sich bei Kollegen unbeliebt zu machen – hatte sich Zachert bereits als CFO bei Merck erworben. Dort zog er das Controlling und Accounting auseinander und etablierte kürzere Entscheidungswege im Bereich Corporate Finance. Unter seinem Sparprogramm baute er die Verschuldung des Unternehmens ab und machte Merck zum Liebling bei den Aktionären.

Diesen Coup will er jetzt auch wieder bei Lanxess schaffen, nachdem er vor seiner Zeit bei Merck bereits jahrelang CFO beim Chemiekonzern war und 2005 den IPO stemmte. Das wird nicht einfach werden: Das Unternehmen steckt mitten im Sparkurs und kämpft mit sinkenden Umsätzen. 2013 fiel der Umsatz um neun Prozent auf 8,3 Milliarden Euro, der Konzernverlust betrug 159 Millionen Euro.

julia.becker[at]finance-magazin.de

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