Porr

16.11.17
CFO

Plötzlicher Abgang von Porr-CFO Christian Maier

Überraschende Personalie bei Porr: Finanzvorstand Christian Maier verlässt das Unternehmen zum Jahresende. Zuletzt hatte der Baukonzern ein schwaches Halbjahresergebnis vorgelegt.

Der österreichische Baukonzern Porr muss sich kurzfristig einen neuen CFO suchen. Der seit sechs Jahren amtierende Finanzchef Christian Maier hat dem Konzern mitgeteilt, dass er sein Mandat zum Jahresende niederlegen wird. Maier werde sich künftig vermehrt der privaten Vermögensverwaltung und dem Ausbau seiner Beteiligungsgesellschaften widmen, begründete Porr in einer Börsenmitteilung die überraschende Personalie. Maiers Aufgaben wird vorrübergehend der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Strauss übernehmen.

Auf Nachfrage von FINANCE wollte Porr die Hintergründe des CFO-Abgangs nicht kommentieren. Auch Aussagen zur möglichen Nachfolgeregelung lehnte eine Unternehmenssprecherin ab. Der Nominierungsausschuss des Aufsichtsrates sei jedoch bereits mit der Neubesetzung befasst und es wird eine rasche Lösung erwartet, teilte die Pressesprecherin mit.

In die sechsjährige Amtszeit des studierten Maschinenbauers, Geologen und Betriebswirts Maier fielen unter anderem Porrs Debüt am Schuldscheinmarkt sowie zahlreiche Unternehmenszukäufe.

Porr fällt von Rekordniveau deutlich zurück

Der Höhenflug, zu dem auch Maiers Arbeit den österreichischen Baukonzern getrieben hat, ist in diesem Jahr jäh zu Ende gegangen.  Nachdem Porr 2016 noch Rekordergebnisse bei Produktionsleistung, Ertrag und Auftragsbestand vermelden konnte, legten die Österreicher vor zwei Monaten schwache Halbjahreszahlen vor. Die Produktionsleistung stieg zwar im ersten Halbjahr 2017 um 21 Prozent, jedoch brach der Vorsteuergewinn gegenüber Vorjahr um über 80 Prozent von 21,3 auf 4 Millionen Euro ein. Der Aktienkurs reagierte mit starken Verlusten auf die schwache Geschäftsentwicklung: Seit Jahresbeginn hat er von 40 auf 25 Euro nachgegeben. Die verschiedenen Porr-Anleihen notieren hingegen alle noch deutlich über 100 Prozent.

Porr-Aktie reagiert deutlich auf schwaches Halbjahr

Porr verfolgt strammen M&A-Kurs

Das Unternehmen erklärt den starken Ertragsrückgang mit zwei Ausnahmefaktoren. Zum einen hätten politische Turbulenzen in Qatar zu höheren Kosten für Logistik und Beschaffung geführt. Zum anderen belasteten die Integrationskosten für zwei Übernahmen in Deutschland das Ergebnis.

Porr hat in diesem Jahr den Münsteraner Straßenbauer Heijmans Oevermann sowie das Spezialtiefbauunternehmen Franki Grundbau aus Seevetal übernommen. Diese Investitionen hätten zu einer hohen finanziellen Belastung im ersten Halbjahr geführt, so Porr. Die Neuerwerbungen seien aber, „die Basis für nachhaltige Gewinne in der Zukunft“, hofft Porr-Chef Karl-Heinz Strauss.