Das Münchener Softwareunternehmen Personio hat eine neue Finanzchefin: Tu Nguyen übernimmt ab sofort die Rolle der CFO und wird damit Teil des Executive Teams. In ihrer neuen Funktion verantwortet sie die globalen Bereiche Finanzen, Recht und Strategie.
Nguyen bringt über zehn Jahre Erfahrung im Aufbau und in der Führung von Finanzteams mit. Bei der E-Commerce-Plattform 1stDibs begleitete sie als CFO den Weg vom Start-up bis zum Börsengang an der Nasdaq. Zuletzt war sie Finanzchefin bei Sorare, einem Anbieter digitaler Sport-Sammelkarten, und unterstützte dort die Expansion in Europa und den USA, wie der Anbieter von HR-Software angibt.
Birgit Haderer verließ Personio im April
Mit der Personalie endet offenbar eine rund fünfmonatige Vakanz auf dem CFO-Posten. Denn Birgit Haderer war bereits Ende April zurückgetreten, wie das Unternehmen erst jetzt bekannt gab. Haderer nehme sich eine persönliche Auszeit und konzentriere sich auf ihre Aufsichtsratsmandate, heißt es. Auf eine FINANCE-Anfrage, in welcher Form der CFO-Posten seit Haderers Weggang ausgefüllt wurde, äußerte sich Personio bislang nicht.
Haderer hatte den Posten seit 2020 inne und baute in dieser Zeit die Finanz-, Rechts- und Business-Intelligence-Abteilungen auf. Sie war die erste Finanzchefin des Start-ups, zuvor hatte CEO Hanno Renner die Finanzen mitverantwortet. Haderer wechselte von Zalando, wo sie den Börsengang 2014 mit begleitet hatte. Sie kam zu einem Zeitpunkt zu Personio, als sich das Unternehmen zunehmend professionalisierte und bereits einige Finanzierungsrunden hinter sich hatte.
„In den vergangenen fünf Jahren steuerte Birgits Führung maßgeblich dazu bei, Personio durch wichtige Wachstumsphasen, Transformationen und zentrale Meilensteine zu lenken“, kommentiert CEO Hanno Renner ihren Beitrag zur Entwicklung des Unternehmens.
Personio verschob IPO und musste Mitarbeiter entlassen
In den vergangenen Jahren war das Unternehmen stark gewachsen – hatte allerdings auch einige Dämpfer erlitten. Seit 2021 wurde das Start-up als Einhorn und damit als eines der wertvollsten Start-ups in Deutschland bewertet. In einer letzten großen Finanzierungsrunde im Juni 2022 wurde das Unternehmen noch mit rund 8,5 Milliarden Dollar bewertet. Seither war es still geworden um Personio.
2023 wandelte sich das Unternehmen noch in eine Societas Europaea (SE) um, mit dem Ziel „mittelfristig“ an die Börse zu gehen. Doch vor rund einem Jahr kündigte Renner im Gespräch mit dem „Handelsblatt“ an, dass ein IPO „nicht vor 2026“ passieren werde.
Zudem sah sich Personio zu mehreren Entlassungsrunden gezwungen. Anfang 2024 mussten 101 der damals knapp 2.000 Mitarbeitenden gehen, im November folgten weitere 115. Als Grund nannte das Unternehmen unter anderem eine schwierige wirtschaftliche Lage. Zuletzt häuften sich außerdem Beschwerden über schlechten Kundenservice und Anwendungsprobleme bei der Software.
Der neuen CFO Tu Nguyen stehen somit einige Herausforderungen ins Haus.