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Wertexplosion bei Personio

Die Personalsoftwareschmiede Personio wird nun mit 6 Milliarden Dollar bewertet. Foto: Personio

Das Start-up Personio hat erneut Geld bei Investoren eingesammelt und wird nun mit 6,3 Milliarden US-Dollar bewertet. Das entspricht 5,2 Milliarden Euro. Wie der Personalsoftware-Spezialist mitteilte, konnten in einer vorgezogenen Series E-Finanzierungsrunde 270 Millionen Dollar an frischem Kapital dazugewonnen werden. Damit hat das Unternehmen seit der Gründung im Jahr 2015 insgesamt über 500 Millionen Dollar eingesammelt.

Einhorn-Ranking: Personio liegt nur noch hinter Celonis und N26

Bemerkenswert ist die hohe Dynamik bei der Unternehmensbewertung des Jungunternehmens aus München: Personio hat seine Bewertung innerhalb von nur neun Monaten mehr als verdreifacht. Nach der vorherigen Finanzierungsrunde über 125 Millionen Dollar im Januar wurde das Start-up noch mit 1,7 Milliarden Dollar bewertet. Davor war Personio eine halbe Milliarde Dollar wert.

Bei genauer Betrachtung der deutschen Start-up-Szene wird auch klar, dass Personio damit zum zweitwertvollsten deutschen Start-up geworden ist. Nur das Software-Unternehmen Celonis ist mit 10 Milliarden Dollar noch höher bewertet als Personio. Jedoch steht die Online-Bank N26 gerade vor dem Abschluss einer Finanzierungsrunde, die N26 mit rund 8 Milliarden Dollar bewerten dürfte. Personio fiele dann wieder auf Rang 3 zurück. „Wir haben nun die Sicherheit, unsere Geschäftsstrategie bis 2023 ohne Ablenkung in Ruhe umsetzen zu können“, sagte Hanno Renner, Mitgründer und CEO von Personio, dem „Handelsblatt“.  

Personio professionalisierte Finanzabteilung

Als Start-up hat Personio eine Software für Human-Resources-Aufgaben entwickelt. Das B2B-Unternehmen will die Personalverwaltung von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) vereinfachen. Alleine in Europa wollen die Münchener 1,7 Millionen potentielle Kunden identifiziert haben. Die Nachfrage nach HR-Software für KMUs auf dem Kontinent biete „immenses Marktpotenzial“, meint Personio-Chef Renner.

Um dieses Potential auszuschöpfen und die Kommunikation mit den Finanzinvestoren weiter auszubauen, hat Renner auch den Startschuss für den Aufbau einer professionellen Finanzabteilung gegeben. Im April vergangenen Jahres sagte er im Gespräch mit FINANCE, dass Personio „für die nächsten Schritte jetzt aber wirklich einen CFO“ brauche. Nur einen Monat später war es dann soweit: Renner und die Mitgründer Roman Schumacher, Arseniy Vershinin, Ignaz Forstmeier und Jonas Rieke konnten die Ex-Investmentbankerin und Zalando-Managerin Birgit Haderer als Finanzchefin dazugewinnen. Damals bestand die Finanzabteilung aus 15 Mitarbeitern.

Greenoaks Capital Partners führt Finanzierungsrunde an

Die aktuelle Finanzierungsrunde wird von Greenoaks Capital Partners angeführt. Der Investor sieht in der Technologie von Personio eine Chance zur Demokratisierung des HR-Softwareangebots. KMUs seien zu lange von den „etablierten Anbietern vernachlässigt und übersehen“ worden, deren Software „bislang Großunternehmen vorbehalten“ gewesen wären. Personio will eine Art SAP für Personalabteilungen werden.

Auch die Venture-Capital-Fonds Altimeter sowie Alkeon Capital haben neu in das Start-up investiert. Die bisherigen Geldgeber Index Ventures, Accel, Meritech, Lightspeed, Northzone und Global Founders Capital nahmen ebenfalls an der Runde teil.

Neben München hat Personio auch Standorte in London, Madrid, Dublin sowie Amsterdam. Nach eignen Angaben hat das Unternehmen etwa 1.000 Mitarbeiter und betreut bereits 5.000 Kunden. Branchenbeobachter sehen in Personio einen IPO-Kandidaten für das Jahr 2023.

jan.schuermann[at]finance-magazin.de

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