Winfried Rapp ist neuer CEO bei Unitymedia.

Unitymedia

29.06.18
CFO

Unitymedia befördert CFO zum CEO

Stühlerücken bei Unitymedia: Inmitten der wichtigsten Weichenstellungen der Unternehmensgeschichte löst CFO Winfried Rapp Vorstandschef Lutz Schüler ab, der zum Mutterkonzern Liberty Media wechselt.

Unitymedia bekommt zum 1. September einen neuen Chef. Der bisherige CFO Winfried Rapp löst Lutz Schüler an der Unternehmensspitze ab, wie der Kabelnetzbetreiber am gestrigen Donnerstag bekannt gab. Schüler wechselt seinerseits im September zur Unitymedia-Mutter Liberty Global, einem der weltweit größten Breitbandanbieter. Er wird neuer Chief Operating Officer (COO) der britischen Tochtergesellschaft Virgin Media. Ein Nachfolger für Rapp als Unitymedia-CFO ist nach Konzernangaben noch nicht gefunden.

Winfried – vom Unternehmen „Winni“ genannt –  Rapp ist seit Oktober 2013 Finanzchef von Unitymedia. Er führte nach der Fusion die damals noch getrennt voneinander arbeitenden Finance-Bereiche von Unitymedia und Kabel BW zusammen und stellte damit einen einheitlichen Geschäftsbereich auf. Zuvor arbeitete Rapp zehn Jahre lang in verschiedenen Finanzfunktionen bei SAP, am Schluss als CFO des Globalen Service-Bereichs. Seine Karriere begann er im Controlling der Deutschen Telekom.

Unitymedia vor Übernahme durch Vodafone

Der Chefwechsel bei Unitymedia kommt zu einem für das Unternehmen besonderen Zeitpunkt: Anfang Mai hatte der Mutterkonzern Liberty beschlossen, Unitymedia sowie die Kabelnetze in der Tschechischen Republik, Ungarn und Rumänien für insgesamt 18,4 Milliarden Euro an Vodafone zu verkaufen. 

Die Transaktion ist kartellrechtlich jedoch heikel. Wettbewerber wie die Deutsche Telekom und United Internet laufen Sturm gegen die Übernahme von Unitymedia durch Vodafone, da der britische Telekomkonzern bereits den größten Teil der anderen deutschen Kabelnetze kontrolliert. Es droht, ein neues Monopol im deutschen Kabelmarkt zu entstehen, warnen die Vodafone-Rivalen.

Auf Twitter verabscheidet sich Unitymedia bereits

Mit einem Vollzug der Übernahme ist frühestens im kommenden Jahr zu rechnen. Dies spiegelt sich auch in der Entscheidung wider, dass der scheidende CEO Schüler bis auf weiteres im Auftrag von Liberty  den Vorsitz im Aufsichtsrat von Unitymedia übernehmen soll.

Unitymedia ist hochprofitabel und stark wachsend. Im Jahr 2017 erzielte das Unternehmen einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 1,5 Milliarden Euro, und dies bei einem Gesamtumsatz von kaum 2,4 Milliarden Euro. Daraus errechnet sich eine Ebitda-Marge von über 63 Prozent. Gegenüber 2015 kletterten Umsatz und Ebitda um gut 10 Prozent. Im ersten Quartal des laufenden Jahres wuchsen die Erlöse um weitere 8,7 Prozent.

raphael.warnke[at]finance-magazin.de