Immer mehr M&A-Berater wechseln auf die Unternehmensseite – und könnten dort dem CFO seine Position streitig machen.

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FINANCE+ 24.09.20
CFO

Der große Sprung: Aus der M&A-Beratung auf den CFO-Posten

Immer häufiger wechseln Investmentbanker und M&A-Berater auf die Unternehmensseite. Dorthin bringen sie einige dezidierte CFO-Skills mit. Doch reicht das für den Sprung in den Vorstand?

Noch vor wenigen Jahren hatten es Investmentbanker schwer, auf die Unternehmensseite zu wechseln. Die stattlichen Gehälter für Banker konnten und wollten Unternehmen nicht stemmen. Zudem galten Banker als verbissen und wenig empathisch – Eigenschaften, die für einen Einzelkämpfer von Vorteil sind, in einer großen Teamstruktur, wie sie in Konzernen herrscht, aber nicht weiterhelfen.

Seit einigen Jahren zieht es aber vermehrt ehemalige Banker und M&A-Berater auf die Unternehmensseite – sei es, weil Sparrunden die Banken haben zusammenschrumpfen lassen oder weil ihnen nach einigen Jahren im Banking die Aufgaben und Arbeitsgebiete auf der Unternehmensseite ansprechender erscheinen oder weil sich schlicht Beruf und Familie besser vereinbaren lassen. Und aller Skepsis zum Trotz – der Sprung funktioniert in der Regel, berichtet Sabrina Tamm, Geschäftsführerin bei der Personalberatung Financial Talents.

Corporate-M&A-Abteilung ist oft die erste Station

Die erste Station ist klassischerweise ein Job in der M&A-Abteilung eines Unternehmens. Von dort aus haben es viele ehemalige Investmentbanker der Headhunterin zufolge auf einen Platz in der ersten Reihe abgesehen: „Immer häufiger steigen einstige Investmentbanker und Berater nach einem Karriereschritt als M&A-Verantwortliche zum CFO auf“, beobachtet Tamm. Die Personalerin überrascht das nicht: „Die M&Aler bringen aus ihren vorherigen Stationen dezidierte CFO-Skills mit.“

Ein Beispiel für einen CFO, der nach einem Berufsstart als M&A-Berater und Investmentbanker bis auf den CFO-Posten rückte, ist Christian Baier, Finanzchef von Metro: Seine Karriere begann nach dem Studium in der M&A-Beratung von Lehman Brothers. Darauf folgte eine Station bei dem Private-Equity-Haus Permira, bevor Baier 2011 zum Handelskonzern Metro auf die Unternehmensseite wechselte. Zunächst war er in der Finanzabteilung des Abholgroßmarktes C+C Schaper (heute Metro Gastro) tätig, wenig später wechselte er als M&A-Leiter zum Mutterkonzern. 2015 wurde Baier erstmals CFO für die Metro-Sparte „Cash & Carry“. Seit März 2017 ist er Finanzchef der Metro-Gruppe.

Diesen beispielhaften Lebenslauf aus der M&A-Abteilung über das Investmentbanking hin zum CFO teilt Christian Baier unter anderem mit dem früheren ProSiebenSat.1-CFO Jan Kemper, der seit April 2019 die Finanzen des Reise-Start-ups Omio verantwortet und seine Karriere im Investmentbanking von Credit Suisse und Morgan Stanley startete. Auch Christian Gärtner, CFO von Hellofresh, begann seine Karriere als Banker in den Bereichen M&A und Corporate Finance.

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