04.10.12
CFO

Die Bedeutung des Treasury wächst

Leitende Treasurer arbeiten im Durchschnitt 45 bis 55 Stunden in der Woche und verdienen mehrheitlich zwischen 100.000 und 150.000 Euro im Jahr. Das ist ein Ergebnis des neunten Treasurer-Panels, in dem uns 91 Treasurer in Führungspositionen Einblick in die Organisation und in die Prozesse in ihren Abteilungen gaben.

 

Der Einfluss der Treasury-Abteilung auf die Unternehmenssteuerung nimmt zu. Knapp zwei Drittel der Anfang September von der Redaktion DerTreasurer befragten Treasurer registrieren inzwischen einen stärkeren Einfluss ihrer Abteilung auf die strategischen Entscheidungen im Unternehmen, als das noch vor einigen Jahren der Fall war. In Anbetracht der veränderten Rahmenbedingungen kommt diese Einschätzung nicht völlig überraschend: Vier Jahre Krisenmodus haben das vorher oftmals kaum wahrgenommene Corporate Treasury in vielen Unternehmen ins Scheinwerferlicht gerückt.

Um den komplexen Herausforderungen durch interne und externe Einflussfaktoren zu begegnen, versuchen die Unternehmen, ihre Treasury-Aktivitäten zu zentralisieren. So gaben 85 Prozent der Befragten an, dass im Treasury ihrer Unternehmen ein zentraler Managementansatz verfolgt wird. Vor allem strategisch wichtige Teilbereiche des Treasury wie beispielsweise das Cash- oder das Finanzrisikomanagement werden zunehmend zentral durch Spezialisten gesteuert.

Bei der Ausrichtung des Treasury innerhalb der Unternehmensorganisation dominiert das Modell des Service Centers. In mehr als drei Viertel der befragten Unternehmen ist das der Fall. Für die Organisationsstruktur als Servicecenter spricht die Tatsache, dass wegen der zentralen Richtlinienkompetenz für alle Finanzprozesse ein Mehrwert für das Unternehmen generiert werden kann. Dieser kann sich in günstigeren Refinanzierungs- oder Personalkosten oder einer effektiveren Risikosteuerung äußern.


Cash Management dominiert die Arbeitswelt

Das Cash Management und die Liquiditätssteuerung dominieren die Arbeitswelt eines Treasurers mit 27 bzw. 17 Prozent der Gesamtarbeitszeit. Jeweils 13 Prozent der durchschnittlichen Arbeitszeit einer Treasury-Abteilung erfordern die Sicherstellung der Unternehmensfinanzierung und das Gläubigermanagement sowie das Management von Finanzrisiken – Bereiche, die angesichts der Entwicklungen in den vergangenen Jahren immer mehr Manpower erfordern. Für drei Viertel der befragten Finanzprofis sind denn auch die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise die gravierendste Änderung im Treasury-Bereich.

Die Finanzierungsbedingungen selbst haben sich in den vergangenen drei Monaten unter dem Strich jedoch weiter verbessert. Ein Viertel der Befragten gab an, zuletzt wieder besser an Kredite gekommen zu sein. Der Anteil derer, die schwierigere Finanzierungsbedingungen ausgemacht haben, ist gegenüber der letzten Befragung im April 2012 leicht zurückgegangen.

Nach wie vor schwierig bleibt das Asset Management für Corporate Treasurer. Viele Unternehmen haben zuletzt gut verdient und sitzen auf hohen Cashbeständen. Die Asset Allokation dominieren Festgelder und Sichteinlagen bei Banken sowie Geldmarkt- und geldmarktnahe Produkte mit einem Anteil von 65 bzw. 17 Prozent.

Die komplette Auswertung des Panels können Sie hier herunterladen.


andreas.knoch[at]finance-magazin.de