Adler-CFO Karsten Odemann hat Gewinn und Cash Flow im Blick.

Adler Modemärkte

26.04.17
CFO

Adler-CFO Odemann: „Der Modemarkt bleibt schwierig“

Der Modehersteller Adler streicht Stellen und verkauft Immobilien. Das ist angesichts der Lage der Branche dringend nötig, wie CFO Karsten Odemann gegenüber FINANCE erklärt.

Der Modehersteller Adler verschlankt sein Geschäft. Das börsennotierte Unternehmen hat zwei Immobilien verkauft. Außerdem hat Adler im ersten Quartal des laufenden Jahres weiter Stellen abgebaut, wie CFO Karsten Odemann im Interview mit FINANCE sagte.

„Wir entlasten mit den beiden Verkäufen unsere Bilanz und schaffen Liquidität“, sagte Odemann mit Blick auf die Verkäufe der Immobilien, die Adler nach eigenen Angaben rund 10 Millionen Euro in die Kasse spülen. „Eine Modefirma braucht keine Immobilien.“

Es handelt sich bei den Verkäufen um zwei österreichische Immobilien, eine in St. Pölten und eine in Klagenfurt. Die Immobilie in St. Pölten nutzt Adler zum Teil. Die Mietkosten entsprechen in etwa den Finanzierungskosten der Immobilie, als sie noch im Besitz von Adler war, so Odemann. Die Immobilie in Klagenfurt benutzt Adler nicht, es handelt sich dabei um ein Überbleibsel aus der Zeit, in der die Kette noch zu Metro gehörte.

Adler-CFO Odemann will Gewinn und Cashflow steigern

Adler steckt gerade mitten in einer Restrukturierung. Im vergangenen Jahr schrieb die Modekette, die sich an Kunden ab dem Alter von 45 Jahren richtet, unterm Strich ein Plus von gerade einmal 400.000 Euro – bei einem Umsatz von 545 Millionen Euro.

Jetzt ist CFO Odemann darauf bedacht, das Ergebnis unterm Strich zu verbessern. „Wir haben im ersten Quartal unsere Personalkosten weiter gesenkt, in erster Linie durch den Abbau von 150 Stellen“,  sagt Odemann. „Auch an anderen Kosten sparen wir, um sowohl die Profite, als auch die Cashflows zu steigern.“ Adler legt am 11. Mai seine Quartalszahlen vor.

Was seine Branche angeht, macht Odemann sich keine Illusionen: „Der Modemarkt bleibt schwierig“, sagt der CFO. „Die Leute kaufen stationär weniger ein, die gut laufende Wirtschaft ändert daran nichts. Für die Nachfrage gibt es zu viele Anbieter und zu viel Fläche.“

florian.bamberg[at]finance-magazin.de