Die Deutsche Telekom hat ihrer Tochter T-Mobile US eine Finanzierungszusage über 2 Milliarden US-Dollar gegeben.

Deutsche Telekom

07.03.16
CFO

Telekom: Milliardenspritze für T-Mobile US

Angriffssignal der Deutschen Telekom: Damit die US-Tochter weiter den Markt aufrollen kann, sichert der Dax-Konzern T-Mobile US eine Finanzspritze über bis zu 2 Milliarden US-Dollar zu. Wo das Geld investiert werden soll, steht auch schon fest.

Die Deutsche Telekom um CFO Thomas Dannenfeldt lässt ihrer Ankündigung, auch 2016 weiter aggressiv investieren zu wollen, erste Taten folgen. Wie die US-Tochter T-Mobile US in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC bekanntgab, hat die deutsche Mutter eine Zusage abgegeben, ihrer Mobilfunktochter mit bis zu 2 Milliarden Dollar unter die Arme zu greifen. Für diesen Betrag könnten die Deutschen in den nächsten Monaten Schuldtitel der US-Tochter erwerben.

Das Geld soll laut einer Vereinbarung der beiden Unternehmen über die Emission eines neuen Schuldtitels, also beispielsweise einer Anleihe, in die USA fließen und kann von der US-Tochter entweder für den Kauf von Mobilfunkfrequenzen bei der nächsten Auktion oder für sonstige Unternehmenszwecke genutzt werden. Jedoch steht laut eines Telekom-Sprechers noch nicht fest, ob die Geldspritze tatsächlich in Anspruch genommen wird.

Fakt ist, dass ab Ende März in den USA wieder Mobilfunklizenzen auf Lebenszeit versteigert werden, bei denen Experten erneut mit milliardenschweren Ausgaben rechnen. Zum Vergleich: Bei einer Auktion im vergangenen Jahr kamen mehr als 41 Milliarden Dollar zusammen. Da die Deutsche Telekom mit ihrer US-Tochter einen dynamischen Aufholprozess eingeläutet hat, rechnen Analysten damit, dass T-Mobile US für mehrere Milliarden Dollar Frequenzen erwerben wird. 

T-Mobile US überflügelt Umsatz der Deutschen Telekom

Dass Telekom-CFO Dannenfeldt die 2 Milliarden Dollar freigegeben hat, ist nicht verwunderlich. Die US-Tochter setzte mit ihren Mobilfunkkunden im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015 mehr Geld um, als die Telekom in ihrem Heimatmarkt. Umgerechnet betrug der Umsatz in den USA rund 29,2 Milliarden Euro, der deutsche Markt steuerte nur 22,4 Milliarden Euro zum Konzernumsatz bei.

Zwar hatte der deutsche Markt bei der Profitabilität 2015 noch klar die Nase vorn – der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag bei 8,8 Milliarden Euro und damit um rund 2,1 Milliarden Euro höher als in den USA. Doch für 2016 rechnet die Deutsche Telekom in den USA mit einem Anstieg auf umgerechnet rund 8,4 Milliarden Euro.

Und auch beim Umsatz rechnen die Bonner in den USA mit einem nicht näher definierten „starken Anstieg“, wohingegen in Deutschland mit einem „leichten Rückgang“ zu rechnen sei. Die Stimmung bei T-Mobil US ist derzeit gut. Die vergangene Analystenkonferenz zelebrierten die Amerikaner bereits mit einem Trinkspiel. Schwer vorstellbar, was im Falle einer erfolgreichen Frequenzauktion folgen könnte.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de